Aachen: Kunsthandwerker: Auch im Jubiläumsjahr noch voller Ideen

Aachen : Kunsthandwerker: Auch im Jubiläumsjahr noch voller Ideen

„Die sehen ja richtig echt aus“, meint eine Dame mit Blick auf die Geckos, Schlangen, Warane und Krokodile, die Georg Mathes aus Hilgert an seinem Stand auf dem Handwerkermarkt ausgestellt hat. Er formt die Tiere aus Ton und passt sie dabei gleich den Ästen an, auf denen sie später sitzen sollen.

Gedacht sind sie als Deko für den Garten. Laut Georg Mathes sind die Keramiken sehr beliebt. Zum Handwerkermarkt in Aachen kommt er, um seine Arbeiten einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Hier nutzen Handwerker aus ganz Europa die Chance, sich an insgesamt rund 300 Ständen zu präsentieren.

Holz, Metall, Textil oder Stein: Jeder Handwerker hat sein Material, auf das er sich besonders gut versteht. Am Stand der Firma G&M Metallbau aus Stolberg wird gerade über einem Feuer ein Kupferbaum geformt. Die Metallstücke werden solange bearbeitet, bis sie die Form von Blättern annehmen. Der Auszubildende Philipp Holsiepe schaut fasziniert zu.

Die Arbeit mit Metall habe ihn schon immer interessiert, sagt er und zeigt, was man so alles aus Edelstahl machen kann: Das Karlszeichen beispielsweise, oder auch einen Adventskranz. Über der provisorisch eingerichteten Schmiede fliegt eine Hexe aus Metall. Die habe sein Chef gemacht, sagt Philipp. Auch auf dem Katschhof verbreitet ein Ofen große Hitze. Dort geht es allerdings um die Herstellung von Geländern, Zäunen und Toren, wie große Fotos zeigen. Und wie überall, wo etwas vorgeführt wird, versammelt sich eine Menschentraube, um zuzusehen.

Kein Wunder also, dass auch beim Haarakrobaten am Münsterplatz jede Menge los ist. Ein orientalisch zurecht gemachter Mann mit einem Turban auf dem Kopf führt vor, wie in Windeseile eine Hochsteckfrisur entsteht. Die Damen unter den Zuschauern sind fasziniert und lassen sich gern in das Geheimnis der Frisur, die mit einer langen Haarnadel zusammengehalten wird, einweisen.

Zwischen Dom und Rathaus, auf dem Münsterplatz und am Hühnerdieb stellen Handwerker ihre Produkte vor. „Der Europamarkt bietet den Kreativen eine wunderbare Möglichkeit, auf sich und ihre einzigartigen Produkte aufmerksam zu machen“, meint Dieter Philipp, Präsident der Handwerkskammer Aachen, die den Markt seit 1976 organisiert. Angefangen hatte alles vor genau 40 Jahren mit einem Dutzend Ständen auf dem Augustinerplatz.

Heute verteilen sich die Handwerker auf sieben Plätze in der Altstadt. Auf den runden Geburtstag sind die Ausrichter des Handwerkermarkts mächtig stolz. Ihrer Meinung nach sind es aber die Designer und Handwerker, die den Markt jedes Jahr aufs Neue mit ihren Einfällen und Ideen bereichern.

Schmuck und Mode gehören dabei mit zu den beliebtesten Angeboten. Aber auch Devid Hörnchen findet sein Publikum. Er zeigt, wie ein Bogen hergestellt wird. In seiner Bogenwerkstatt in der Eifel bietet er entsprechende Kurse an. „Und die sind gefragt“, sagt er. Gleich nebenan steht der Goldschmied Thomas Göbel. Seine Kunden lieben es offensichtlich, an der Gestaltung von Ringen mitzuwirken. Das gilt für Trauringe, aber auch für Ringe, die beispielsweise in Erinnerung an ein geliebtes Pferd angefertigt werden. Dabei werden dann die Haare des Tieres mitverarbeitet.

Junge Talente

Alles in allem bietet der Handwerkermarkt wohl etwas für jeden Geschmack. Und wenn dann auch noch wie am Samstag das Wetter mitspielt, steht dem Erfolg nichts mehr entgegen. Am Sonntag vergällte hingegen manch heftiger Schauer den Besuchern und Schaustellern das Vergnügen.

Gleichzeitig zur großen Freiluftschau in der Innenstadt präsentierten junge Handwerksdesigner in der Aula Carolina ungewöhnliche Objekte und Ideen. Dieses Forum sei gerade für junge Talente eine interessante Kontakt- und Trendbörse, sagen die Veranstalter des Handwerkermarktes.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Europamarkt: Tausende Besucher, zufriedene Aussteller