Aachen: Kunst widmet sich der Grenze

Aachen: Kunst widmet sich der Grenze

Aus dem ehemaligen Grenzhäuschen Köpfchen an der Eupener Straße ist ein Flüchtlingsboot geworden. Das Gebäude ist die Kajüte, und der Schiffskörper wurde drum herum aus einfachen Brettern gebaut. Die Beflaggung ist schon angebracht, und in den Fenstern hängen funkelnagelneue Rettungsringe.

Im Inneren des Schiffs wird noch eifrig gewerkelt — es entstehen nicht nur Sitzgelegenheiten, sondern auch kleine Räume für Kunst und Plätze für die Ausstellungsobjekte zwischen maritimem Kitsch, kreativem Seemannsgarn und Politik.

Die Flüchtlingspolitik der EU und die Toten von Lampedusa gaben den Anstoß für Vera Sous, sich mit Grenzen an sich und besonders dem ehemaligen Grenzhäuschen Köpfchen auseinanderzusetzen. Die Idee, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, fand großen Anklang im Bekanntenkreis der Künstlerin. Materialien und Objekte, Zeit und Know-How wurden so reichlich zur Verfügung gestellt, dass innerhalb kurzer Zeit eine umfangreiche Arbeit entstand, die zwischen sozialem Kunstwerk und „work in progress“ rangiert.

Auch Schüler der GHS Burtscheid machten mit — sie bauten die Rettungsringe und bastelten die vielen Flaggen, die das Schiff schmücken. „Es ist und bleibt eine fließende, offene Sache“, sagt Vera Sous und zeigt sich dankbar für die große Unterstützung.

Bis zum 24. November ankert das Schiff an der Grenze, zur Vernissage am kommenden Sonntag, 3. November, ab 12 Uhr spielt HeJoe Schenkelberg Seemannslieder auf seinem Akkordeon.

(ipf)
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