Aachen: Kunst im Sandkasten: Junge Tüftler stellen ihre Arbeit vor

Aachen : Kunst im Sandkasten: Junge Tüftler stellen ihre Arbeit vor

Sie hat noch keinen Namen und ihre Zukunft ist ungewiss. Dennoch ist sie an diesem Wochenende der Blickfang auf dem Katschhof: Die Maschine, das Großspielzeug, diese verrückte Bastelarbeit inmitten des 320 Quadratmeter großen „Archimedischen Sandkastens“, die 27 Kinder und der Aachener Künstler Berthold Westhoff im Rahmen der „Archimedischen Werkstatt“ erschaffen haben.

Und eigentlich, ja eigentlich, kann sie nicht nur dastehen und interessant aussehen, sondern sich auch noch bewegen. Zumindest, wenn Strom vorhanden und die Seile festgezurrt sind. Das war bei der gestrigen Vorführung noch nicht ganz der Fall, machte aber nichts. „Das ist die Generalprobe“, sagte Westhoff. „Da muss das so sein.“ Geklatscht wurde trotzdem.

Ihren großen Auftritt hat die Maschine ja ohnehin erst am Samstag um 14 Uhr. Dann muss alles funktionieren, rotieren, sich bewegen und drehen. Dafür wurde in den vergangenen zwei Wochen gewerkelt und getüftelt, was das Zeug hielt. Die Kinder, die Teil der Ferienspiele der Stadt Aachen waren, die die ausgefallene Tüftelarbeit in Zusammenarbeit mit der Bleiberger Fabrik und im Rahmen der Initiative „Future Lab“ erst möglich machten, konnten sich so spielerisch mit Technik beschäftigen.

Denn die Maschine kann weder etwas herstellen noch verarbeiten. Aber das soll sie auch gar nicht. „Es ist eine Maschine, die Spaß produziert. Sie ist herrlich sinnfrei, aber die Kinder lernen die Technik kennen“, sagte Sibylle Keupen, Leiterin der Bleiberger Fabrik. Eines soll die Maschine aber schon, und zwar der Öffentlichkeit vorgestellt werden. „Wir wollen sichtbar machen, was in einer Wissenschaftsstadt wie Aachen alles passiert, ohne dass man es bemerkt“, sagte Jutta Göricke, stellvertretende Leiterin des Marketings der Stadt Aachen und Projektleiterin des „Archimedischen Sandkastens“. Denn an dieser Maschine ist kein Vorbeikommen. Sie ist so schrill und skurril, dass man sie sich einfach ansehen muss. Sie besteht aus alten Fahrradrädern, Bällen, Schaufensterpuppen, Schläuchen und viel Farbe. „Es ist Kunst entstanden“, sagte Keupen.

Kunst, die am Montag schon wieder aus dem Stadtbild verschwinden wird. Dann werden die Maschine, die 140 Tonnen Spielsand, 160 laufende Meter Fichtenbalken 200 Schlossschrauben und Muttern vom Stadtbetrieb abgebaut. „Der Sand wird gefiltert und gereinigt und die anderen Materialien aufbewahrt und sofern möglich, wiederverwendet“, sagte Markus Kremer, Aachens Dezernent für den Stadtbetrieb.

Es könnte aber durchaus sein, dass es nicht das letzte Mal war, dass dieser große Sandkasten auf- und abgebaut werde. „Es liegt ein politischer Antrag vor“, sagte Kremer. „Wir wünschen uns alle ein dauerhaftes Angebot, müssen aber noch abwägen.“

Was die Zukunft der Maschine angeht, so ist man sich auch da uneins. „Sie wird wieder auseinandergebaut“, sagte Björn Gürtler vom Presseamt der Stadt. Kaum ausgesprochen, wurde er von Keupen unterbrochen: „Ich suche noch einen Platz für sie“, sagte sie und lächelte.

Gefunden habe sie noch keinen, aber sie sei sicher, dass die Maschine noch eine Zeit lang bestaunt werden könne. Und einen Namen braucht sie ja auch noch...

Mehr von Aachener Nachrichten