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Aachen: Kundgebung: Menschenkette gegen drohende Eskalation in Syrien

Aachen : Kundgebung: Menschenkette gegen drohende Eskalation in Syrien

Ursprünglich hätte die Kundgebung zehn Minuten früher beginnen sollen: um fünf vor zwölf. Weil aber schon in der Nacht auf Samstag die von den USA angeführte Koalition mit Luftangriffen auf Ziele in Syrien begonnen hatte, war es nach Ansicht der Organisatoren eben schon zu spät.

So begann am Samstagmittag die vom Antikriegsbündnis Aachen initiierte Kundgebung gegen eine Eskalation des Konflikts in Syrien symbolträchtig erst um fünf nach zwölf. „Dieser Militäreinsatz ist völkerrechtswidrig und wir erwarten, dass das von der Bundesregierung auch so benannt wird“, forderte der Linken-Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko.

Ein Tag, zwei Demos: die Lage in Syrien war am Samstag mittags und nachmittags Thema von Demonstrationen. Foto: Ralf Roeger

Zudem kritisierte er die Äußerungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass es sich bei den Luftangriffen um einen „erforderlichen und angemessenen“ Einsatz handele. Tatsächlich agierte die internationale Koalition, zu der auch Frankreich und Großbritannien gehören, ohne Mandat des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen. Dies aber auch deshalb, weil Russland als Verbündeter Syriens und Vetomacht seit Jahren entsprechende Entscheidungen in dem Gremium blockiert.

Auch für Deutschland, so betonte Hunko, bestehe die Gefahr, in diesen Krieg aktiv hineingezogen zu werden. Schließlich seien dort neben den Awacs-Aufklärungsflugzeugen auch deutsche Tornado-Kampfjets stationiert, und die Fregatte „Hessen“, die im Mittelmeer operiere. Diese Einheiten müssten zurückgezogen werden und die Bundesregierung sollte sich stattdessen um Mäßigung und Ausgleich bemühen, sagte er. Dies gelte auch im Bezug auf die Beziehungen zu Russlands Präsident Wladimir Putin: Dieser sei „weder Freund noch Feind“, jedoch ein Nachbar, mit dem man sich friedlich arrangieren müsse.

Im Anschluss an die Kundgebung am Elisenbrunnen zogen die rund 100 Teilnehmer in einem Demonstrationszug über die Großkölnstraße auf den Marktplatz. Von dort ging es dann am Dom vorbei zurück zum Elisenbrunnen, wo sich die Kundgebung nach einer knappen Stunde wieder auflöste.

Am Nachmittag versammelten sich dann knapp 100 Menschen ebenfalls am Elisenbrunnen, um mit einer Menschenkette gegen die türkische Besetzung der syrischen Stadt Afrin zu demonstrieren. Um 16.15 Uhr war die Demo beendet.