Aachen: Kundendaten der Telekom in Altpapier-Container

Aachen : Kundendaten der Telekom in Altpapier-Container

Passantinnen haben in einem Altpapier-Container in Aachen Unterlagen mit Daten mehrerer tausend Kunden unter anderem der Telekom gefunden.

Die zwei Jahre alten Unterlagen stammten aus einem mittlerweile geschlossenen Call-Center, das für Telekommunikations-Unternehmen arbeitete, teilte die Polizei am Mittwoch in Aachen mit.

Der frühere Betreiber habe in der Vernehmung gesagt, die Unterlagen sollten vernichtet werden und seien irrtümlich in dem Container gelandet. Gegen den Mann werde wegen Verstoßes gegen das Datenschutzgesetz ermittelt.

In den teilweise handschriftlichen Aufzeichnungen waren neben den Namen der Kunden auch personenbezogene Daten wie der Familienstand sowie die genutzten Tarife verzeichnet. In Einzelfällen sollen auch Kontoverbindungen aufgeführt sein. Das Call-Center habe für seine Auftraggeber Kundendaten gepflegt und Dienstleistungen angeboten.

Unter den Papieren waren auch Gesprächsprotokolle, die Call- Center-Mitarbeiter bei Telefonaten zur Vermittlung von Dienstleistungen erstellt hatten. Darauf vermerkt waren Angaben darüber, wie der Kunde auf die Angebote reagierte, etwa ob er im Gespräch widerspenstig war. Nach Polizeiangaben war der Container etwa zu einem Viertel mit den Unterlagen gefüllt.

„Das ist schon ein starkes Stück, wenn Kontodaten aufgefunden worden sind”, sagte die Sprecherin der nordrhein-westfälischen Datenschutzbeauftragten, Bettina Gayk. Weil durch die öffentliche Entsorgung Daten übermittelt wurden, liege möglicherweise ein sogenannter materieller Datenschutzverstoß vor. Dieser könne bei fahrlässigem Handeln mit einem Bußgeld von bis zu 25.000 Euro bestraft werden. Die Beweisführung sei allerdings sehr schwierig. Es stelle sich auch die Frage, ob die Daten zu den persönlichen Verhältnissen der Kunden erhoben werden durften.