Aachen: Kulturwerk: Zwischen „Blue Planet“ und einer steinernen Erdnuss

Aachen : Kulturwerk: Zwischen „Blue Planet“ und einer steinernen Erdnuss

Mit einer gehaltvollen Jubiläumsausstellung begeht das Kulturwerk Aachen e.V. seinen fünften Geburtstag und schaut gleichzeitig nach vorn und zurück. 35 Ausstellungen wurden seit dem Gründungsjahr 2010 abgewickelt, die meisten davon in Aachen, einige in den Niederlanden und in Belgien, eine fand gar in Russland statt.

Zukünftig sollen bis zu drei Ausstellungen im Jahr mit Künstlern des Kulturwerks veranstaltet werden — die Geburtstagsausstellung mit zehn Künstlern bildet den Auftakt.

Luftig ist die Hängung, klar der Raum. Überaus stimmig und einladend präsentiert sich die Kunst in der schneeweißen Galerie, angefangen bei den Arbeiten im Fenster. „Blue Planet“ nennen sich die beiden im Studio entstandenen Fotokunstwerke von Klaus Herzog, die sich mit der Erde und dem Weltall beschäftigen. Mit dessen Weite, der Tiefe und einer gewissen Technikbegeisterung erzeugt der bekannte Aachener Fotograf Neugier und Faszination zugleich.

Zum ersten Mal bei einer Ausstellung des Kulturwerks dabei ist die in Geilenkirchen tätige Malerin Karin Thiel, die ihre eigene Wirklichkeit in der Abstraktion erschafft. Sie arbeitet mit Lackfarben auf Kunststoffplatten und setzt auf spontane Farbüberlagerungen.

Sechs Kohlezeichnungen zwischen Anatomie und Atmosphäre zeigt Heinrich Hüsch am Beispiel einer Bauchtänzerin in Bewegung, weiterhin stellt er Reiseskizzen aus den letzten Jahren aus. Hella Frowein-Hagenah beschäftigt sich mit dem Himmel — in Gestalt von Wolken-Drucken auf Büttenpapier und einem Video, das Wolken im Vorüberziehen zeigt. Hierbei geht der Blick des Betrachters nicht nach oben, sondern entspannt nach unten, er lässt los und kommt in eine meditative Stimmung, die während der gesamten Ausstellung anhält.

Bewunderung löst eine rund 30 Zentimeter große schwarze Erdnuss aus Diabas (ein Granitstein) aus, die der Maler und Bildhauer Bernd Schartmann geschaffen hat. Mit drei meist abstrakten und inspirierenden Skulpturen aus Holz und Stein, die sich im weitesten Sinne mit der Natur beschäftigen, ist er bei der Ausstellung dabei.

Deutlich die Handschrift von Annely Kall zeigen zwei in dunklen Tönen gehaltene Gemälde, die sanft die Ausstellung dominieren. Die Malerin arbeitet nach wie vor mit Pigmenten und setzt ihre Bilder häufig langen unterschiedlichen Prozessen aus. Allein auf die Wirkung von Farbe setzt die in Erkelenz lebende Künstlerin Ingrid Pusch. Ihre beiden in Violett gehaltenen Bilder lösen sich bei näherer Betrachtung in verschiedene Farbtöne auf und verbreiten ein geheimnisvolles Schimmern und Leuchten. Weitere Künstler der Ausstellung sind Nicole Kaffanke, Marc G. Kall, Conny Roßkamp und Katrin Salentin.

Die Vernissage findet am Freitag, 17. Juli, um 17.30 Uhr in den Aachen-Arkaden, Trierer Straße 1 statt, zur Eröffnung spricht der Kunsthistoriker Dr. Dirk Tölke. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 15. August jeweils dienstags bis samstags von 13 bis 19 Uhr.