Aachen: „Kulturwerk“ eröffnet ungewöhnliche Ausstellung

Aachen : „Kulturwerk“ eröffnet ungewöhnliche Ausstellung

Bei Kleidung und Büchern ist es fast alltäglich: Was nicht mehr gefällt, wird über das Internet, im Secondhand-Laden oder auf dem Flohmarkt weiterverkauft. Dass dies auch mit Kunst geht, ist wohl ein eher ungewöhnlicher Ansatz.

„Habe Kunst — Suche Sammler“, unter diesem Motto steht die neue Ausstellung des „Kulturwerk Aachen“, dem Förderverein der Bezirksgruppe Aachen des Bundesverbandes Bildender Künstler (BBK). Die Idee für die Ausstellung ist simpel: Die Kunstwerke, die ihren Besitzern nicht mehr gefallen, sollen neue Liebhaber finden.

Die Idee geht zurück auf Thomas Kempen, Beisitzer im Verein. „Jeder von uns hat Kunst konsumiert, besitzt Kunst“, sagt seine Schwester Angelika Jansen-Kempen. Der Vorstand des Vereins ging zu Recht davon aus, dass in so manchem Keller und auf so manchem Dachboden der Mitglieder qualitätsvolle Kunst lagerte. 55 Werke werden somit ab Samstag, 7. Oktober, in den Räumlichkeiten des Kulturwerks Aachen in den Aachen Arkaden zu sehen und zu erwerben sein.

Kunstwerke einreichen konnten nur die Mitglieder des Vereins, kaufen aber darf jeder. Darunter sind Kunstwerke von namhaften Künstlern wie Hubert Werden oder Max Beckmann. Auch sechs syrische Künstler, die derzeit verteilt über die ganze Welt leben und arbeiten, sind in der Ausstellung vertreten. Für den Verein ist eine derartige Ausstellung ein Novum. „Wir müssen sehen, ob wir Erfolg haben“, erklärt Jansen-Kempen mit Blick auf eine mögliche Fortsetzung im nächsten Jahr.

Die Preise für die Kunstwerke werden von den Besitzern festgelegt, Verhandlungen sind aber möglich. Der Verein versteht sich als Förderer insbesondere lokaler Künstler, geht aber auch über den Lokalbezug hinaus. In der kommenden Zeit möchte man, so Jansen-Kempen, auch über die Grenzen hinweg in die Niederlande und nach Belgien blicken. Die Grenznähe bietet da durchaus einige spannende künstlerische Einblicke.

Um besser in Kontakt zu kommen, aber auch um die anfallenden Aufgaben besser zu bewältigen, hofft der Verein durch die neue Ausstellungsform auch, einige neue Mitglieder gewinnen zu können. Denn es ist durchaus auch möglich, ein Kunstwerk gegen ein anderes zu tauschen — so lange beide Parteien Vereinsmitglieder sind. Die Mitgliedschaft ist schnell zu bekommen und kostet für Künstler des BBK 25 Euro, für alle anderen 50 Euro pro Jahr.

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