Aachen: „Kulturelles Vielfaltfrühstück“: Kitas machen mobil gegen Rassismus

Aachen: „Kulturelles Vielfaltfrühstück“: Kitas machen mobil gegen Rassismus

„Wir haben eine bunte, bereichernde kulturelle Vielfalt in unseren Kitas“, meint Gabriele Niemann-Cremer, Geschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt (AWO). So sei es eine Selbstverständlichkeit, am Internationalen Tag gegen Rassismus ein Zeichen zu setzen.

Also machten die Kinder in den AWO-Kitas am Donnerstag mit einem „kulturellen Vielfaltfrühstück“ mobil gegen Rassismus, Rechtsextremismus und Diskriminierung von Minderheiten. „Ob weiß, ob schwarz, ob nah ob fern, wir haben alle Kinder gern“, sangen die Jungen und Mädchen gemeinsam mit Eltern und Erziehern in der Kita Sigmundstraße im gemeinsamen Kampf gegen Diskriminierungen. Und die fangen schon im jüngsten Alter an, meint Nassim Navvabi, Fachbereichsleitung Elementarbereich bei der AWO. Umso wichtiger sei es, schon in der Kita Vorurteile abzubauen — auch gegen gleichgeschlechtliche Elternpaare beispielsweise.

Laut Niemann-Cremer haben sich Rassismus und Fremdenfeindlichkeit inzwischen in die Mitte unsere Gesellschaft eingeschlichen. Die rechte Szene habe viele Helfer. Da es ein ureigenstes Anliegen der AWO sei, für den Wert der Demokratie einzutreten und Gesicht zu zeigen, beteilige sich die AWO zum zweiten Mal mit einer Reihe von Aktionen am Internationalen Tag gegen Rassismus. Den gibt es bereits seit 1967. Er geht auf ein Massaker des Apartheid-Regimes in Südafrika zurück, bei dem 69 friedliche Demonstranten getötet und Hunderte teilweise schwer verletzt wurden.

Vorbehalte gegen andere Hautfarben oder Kinder mit Behinderungen sind den Mitarbeitern der AWO-Kitas nicht fremd. Doch sie fühlen sich laut Niemann-Cremer den Grundwerten Solidarität, Toleranz, Gleichheit, Freiheit und Gerechtigkeit verpflichtet. Einige von ihnen hätten selbst einen Migrationshintergrund und verstünden die Probleme der Familien anderer Nationen besonders gut. In der Kita Sigmundstraße beispielsweise kommen Kinder aus 16 Kulturen zusammen. Leiterin Nicole Wurps empfindet diese Vielfalt als Bereicherung. „Die Kinder sollen lernen, die Verschiedenartigkeit als Normalität zu begreifen“, meint sie.

Am Eingang der Kita Sigmundstraße und in der Goerdelerstraße machte ein großes Banner auf das Thema des Tages aufmerksam: „AWO gegen Rassismus“. Und die 116 Mitarbeiter der AWO trugen einen Button mit derselben Aufschrift, um so mit den Eltern ins Gespräch zu kommen.