Aachen: Kullenhofstraße wird im August aufgerissen

Aachen : Kullenhofstraße wird im August aufgerissen

Damit das Klinikum in Sachen Masterplan vorankommt, muss die Kullenhofstraße ausgebaut werden — darüber bestehen keine Zweifel. Denn, wenn das Großkrankenhaus seine Operationssäle in einen unterirdischen Anbau in direkter Nähe zum Hauptbau verlegen möchte, muss zwangsläufig die Pauwelsstraße entfallen.

„Es ergibt sich ein dringender Umbaubedarf“, erklärte Regina Poth, Abteilungsleiterin für Straßenplanung und Straßenbau der Stadt Aachen. Weil die Stadt für den Ausbau, der allein durch das Vorhaben der Klinik bedingt ist, kein Geld bereitstellen könne, werde das Krankenhaus die Kosten tragen.

Nächsten Monat rücken die Bagger an: Die Kullenhofstraße wird wegen der Ausbaupläne des Klinikums im großen Stil umgebaut. Zwei Wochen Sperrung sind unvermeidlich; es werden auch 28 neue Kaiserlinden eingepflanzt. Foto: Andreas Cichowski

Nachdem die Politik zuletzt die Pläne scharf kritisierte, wurde das fertige Konzept am Montag nun auch den Anwohnern im Rahmen einer Informationsveranstaltung im Uniklinikum vorgestellt — überraschend sollen die Arbeiten schon im August beginnen, und das nicht ohne Folgen für die Verkehrsteilnehmer.

„Wir sind kurz vor der Vergabe der Bauleistung“, erläuterte Carsten Seidel, Projektleiter bei der „uka-facilities“. Mit Baubeginn an der Einmündung zum Steinbergweg werde die Kullenhofstraße zunächst für rund zwei Wochen komplett gesperrt, um die „Gas-Transportleitung“ für die neue Energiezentrale auf die andere Straßenseite zu verlegen.

Für die weiteren Bauabschnitte sehe das Konzept eine Einbahnstraßenregelung von Ost nach West vor, so dass Autofahrer nur aus Richtung Pariser Ring kommend in die Kullenhofstraße einfahren können. Die Zufahrt zu den Häusern solle jederzeit gewährleistet bleiben, versicherten die Planer.

Und dennoch müssen sich jene voraussichtlich bis April 2019 mit einigen Beeinträchtigungen arrangieren. Für das Aufbringen der Deckschicht müsse dann noch einmal zwei Tage lang gesperrt werden. Poth versprach jedoch eine direkte Abstimmung zwischen der ausführenden Baufirma und den Anwohnern.

Trotzdem äußerten Anwohner ihre Bedenken: „Es ist schon jetzt sehr eng, wo sollen die Leute parken, wenn auch die Parkplätze auf der Straße wegfallen?“ Seidel argumentierte, dass die wesentlichen Baumaßnahmen auf der Straße selber stattfänden und nur unwesentlich viele Parkplätze wegfielen. Darüber hinaus soll das neue Parkhaus, dessen Bau sich mit den Bauarbeiten an der Kullenhofstraße überschneiden könnte, das Platzproblem lösen.

Auch in Sachen Fußgängerüberquerung taten die Anwesenden ihren Unmut kund. Einige wünschten sich einen Zebrastreifen, wo heute lediglich eine Fahrbahnerhöhung den Verkehr bremst. Dies sei in einer 30er-Zone aber nur in Ausnahmefällen üblich. Anstelle soll hier ein 20 Meter breiter, aufgepflasterter Überweg entstehen — man hofft auf den Respekt der Autofahrer.

Bedenken gab es auch im Punkto Geschwindigkeit und Verkehrsbelastung, will das UKA auch den Baustellenverkehr über die Kullenhofstraße führen. Von 200 Lkw pro Tag war die Rede, allerdings nur für einen überschaubaren Zeitraum, in dem die Baugrube für den neuen Zentral-OP ausgehoben wird. Zusätzlich zum Busverkehr könnte es sich hier also ziemlich knubbeln.

Bisher hat die Kullenhofstraße eine Breite von 5,35 Metern. Damit die neue Fahrbahn einen Begegnungsverkehr von Bussen zulässt, müsse diese sechseinhalb Meter breit sein. Auch der bisherige Fuß- und Radweg werde von vier Metern auf fünfeinhalb verbreitert. Auf der anderen Seite der Straße schließe sich künftig ein drei Meter breiter Grünsteifen an, auf diesem 28 neue, besonders robuste Kaiserlinden ihren Platz finden sollen.

Und in Sachen Baumpflanzung meint es die Klinik wirklich gut, hagelte es doch aufgrund der Fällung von teilweise neugepflanzten Bäumen mächtig Kritik: Per Tieflader sollen die Bäume mit einem Stammumfang von circa 80 Zentimetern, dreizehn Metern Höhe und einer Kronenbreite von sechs Metern einzeln anrollen und mit einem Kran an den neuen Standort gehoben werden. „So etwas wurde einmal in Aachen durchgeführt, mit nur einem Baum“, bemerkte Poth. Das UKA sei an dieser Stelle besonders großzügig.

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