Aachen: Künstler zeigt in der Ateliergalerie „krr“ Impressionen aus Thailand

Aachen : Künstler zeigt in der Ateliergalerie „krr“ Impressionen aus Thailand

Eine neue Ateliergalerie, die sich jenseits der ausgetretenen Kunstpfade bewegt, ist „krr“ — sprich: kah zwei err. So nennt sich auch der Künstler Wilhelm Kappen, der seit 1980 Tuschezeichnungen anfertigt und sich mit philosophischen Fragen auseinandersetzt.

„Sawasdee Krrap“ ist der Titel seiner Ausstellung über eine Thailandreise, die den Künstler weit weg von den touristischen Sehenswürdigkeiten führte. Sie nahm Wilhelm Kappen zum Anlass, rund 60 Fotos, Zeichnungen und Tonaufnahmen in seiner Ateliergalerie auszustellen und mit dem höflichen thailändischen Gruß „Sawasdee Krrap“ (es grüßt der Herr) dazu einzuladen.

Besonders ins Auge fallen seine „Kritzelbilder“, die auf originelle Weise entstanden sind. Während Fahrten in den typischen alten Bussen über schlechte Straßen hielt Kappen einen Skizzenblock auf dem Schoß und einen Stift so locker in der Hand, dass er sich während der Rumpelfahrt über das Papier bewegen konnte. So entstanden krakelige Zeichen und Linien, die sich buchstäblich als automatisches Zeichnen oder Schreiben erweisen.

Experimentell verstehen sich auch die Klangaufzeichnungen, die ländliche Eindrücke vermitteln und das „Kritzelleiterband“, das sich durch die ganze Ausstellung zieht. Schwarz auf Weiß hat Kappen hier seiner Phantasie freien Lauf gelaufen und seine Fotos etwa von landestypischer Architektur, chaotischen elektrischen Leitungen, verschimmelten Tempelwänden, stoffumwickelten Baumstämmen oder Wasserspuren in lehmigen Stränden zusätzlich illustriert und zugleich auf eine Metaebene gesetzt.

So stehen die bisweilen surreal anmutenden Fotos oder Ansichten selten gesehener Trachten in direkter Verbindung zu seinen subjektiven künstlerischen Äußerungen während und nach der Reis.

„Sawasdee Krrap“ ist eine kleine, interessante Ausstellung in einer kleinen Ateliergalerie, die zugleich Reisedokumentation per Foto und Kommentar per Kritzelzeichnung bietet. Sehen kann man die seltene Kombination von Foto- und Zeichenkunst noch bis Samstag, 9. Juni, an der Jakobstraße 192 donnerstags bis samstags von 15 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung unter Telefon 0157/58356162.

(ipf)
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