Aachen: Krugenofen: Der Druck auf die CDU wird größer

Aachen : Krugenofen: Der Druck auf die CDU wird größer

Die CDU tut sich weiterhin schwer, eine klare Haltung zur zukünftigen Verkehrsaufteilung am Krugenofen zu finden. „Wir feilen noch“, teilte Bezirksvertreter Ralf Otten am Montag auf Anfrage mit. Am morgigen Mittwoch soll die Bezirksvertretung Aachen-Mitte ihre Empfehlung für den Mobilitätsausschuss, der eine Woche später tagt, abgeben. Derweil haben die Grünen ihre Kritik an der „Hinhaltetaktik“ der CDU bekräftigt.

Sie werfen der CDU vor, sich um eine Entscheidung zu Lasten von etwa 35 Parkplätzen am Krugenofen herumzudrücken und damit die Sicherheit der Radfahrer in der stark befahrenen und engen Straße aufs Spiel zu setzen. Schon im September sollte auf Drängen der Verwaltung eine Entscheidung getroffen werden, doch die CDU bat um Bedenkzeit. Sie will die Parkplätze nicht opfern, die für die Markierung von beidseitigen Radschutzstreifen wegfallen müssten.

Aus Sicht der Verwaltung gibt es dazu allerdings aktuell kaum eine denkbare Alternative. Denn die zunächst favorisierte Tempo-30-Regelung ist am Krugenofen nicht durchzusetzen. Dies hätte den Radfahrern zwar ebenfalls mehr Sicherheit gegeben und auch den Lärm gesenkt. Landesverkehrsministerium und Kölner Bezirksregierung sind jedoch dagegen.

„Wer mehr Sicherheit auf der Straße — insbesondere hier am Krugenofen — will, der muss auch an die Parkplätze ran“, schlussfolgerten am Montag die Grünen, die endlich Taten folgen lassen wollen. Denn die Diskussion über die Aufteilung des Straßenraums am Krugenofen zieht sich inzwischen bereits über fast drei Jahre hin.

Auch die SPD hat sich längst mit dem Verzicht auf die Parkplätze abgefunden. Gemeinsam mit Grünen, Linken und Piraten könnte sie problemlos für klare Verhältnisse sorgen. Das aber würde das Verhältnis zum Koalitionspartner CDU belasten.

Warten aufs Bewohnerparken?

Und so warten die Sozialdemokraten noch ab, zu welchem Schluss die CDU wohl kommen mag. Offenbar gibt es in Reihen der Christdemokraten immer noch Hoffnung auf eine Tempo-30-Regelung, wie auch Harald Baal deutlich macht: „Wenn dort tatsächlich Gefahr in Verzug ist, dann müsste man auch schnell reagieren können, dann ist auch Tempo 30 denkbar“, findet er. Ohnehin werde dort selten schneller gefahren, eben weil die Straße so eng und im Bereich der Einmündungen unübersichtlich sei.

Vorstellen kann sich die CDU offenbar auch, die Einführung der geplanten Bewohnerparkzone BU3 für den Bereich Krugenofen abzuwarten. Weil dann mit einer Entspannung der Parksituation zu rechnen sei, könnten dann auch die Radschutzstreifen aufgebracht werden.

Strittig ist jedoch, wann die Bewohnerparkzone realistischerweise eingerichtet werden kann. Während Baal meint, dies könne bereits Anfang 2018 der Fall sein, sind die Grünen überzeugt, dass eine Bewohnerparksone dort frühestens in anderthalb Jahre eingerichtet werden könne. „Es muss aber jetzt etwas geschehen“, drängen sie und erhöhen damit auch den Druck auf die SPD. „Nun müssen zumindest die Genossen in unserer Stadt zeigen, dass sie den vielfachen Bekenntnissen zum notwendigen Ausbau der Fahrradinfrastruktur Taten folgen lassen.“

So sehen es auch die Teilnehmer der jüngsten Critical-Mass-Tour, die am Freitag ebenfalls demonstrativ über den Krugenofen gefahren sind, um auf die Gefahrenstelle aufmerksam zu machen. Tagtäglich sind dort nicht zuletzt auch viele Schüler auf Rädern unterwegs.

CDU-Bezirksvertreter Otten zeigte sich am Montag optimistisch, bis zum morgigen Mittwoch zu einem „guten Ergebnis“ und einer „einheitlichen Entscheidung“ in der Bezirksvertretung und im Mobilitätsausschuss zu kommen.

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