Aachen: Kritischer Blick auf Europa erwünscht

Aachen : Kritischer Blick auf Europa erwünscht

„Wie denken Sie über Europa? Und welche EU wollen wir?“ Das sind nur zwei der vielen Fragen, über die im Didaktikraum des Centre Charlemagne diskutiert wurde. Und das „sehr intensiv“, wie Winfried Brömmel vom Europe Direct Informationsbüro der Stadt Aachen stolz resümiert.

Gemeinsam mit der Provinz Limburg, der Gemeinde Maastricht und der Stiftung Euregio Maas-Rhein veranstaltete das Informationsbüro diese Austauschmöglichkeit anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Maastrichter Vertrags, um festzustellen, wo die Teilnehmer Stärken und Schwächen sehen, welche Chancen Europa verstreichen lässt und wie das Ergebnis der 25-jährigen Zusammenarbeit aussieht. Sicherlich ist das Jubiläum ein guter Grund zum Feiern.

Doch weil der Vertrag „viele Veränderungen gebracht hat“, wie Winfried Brömmel herausstellt, sehen die Veranstalter es auch als wichtig an, einen kritischen Blick auf Europa zu werfen und einmal nachzuhören, was die Bürger selbst denken.

Bunt gemischte Gruppe

Rund 35 Teilnehmer fanden sich am Samstag bei der Diskussionsrunde ein, eine „bunte, gemischte Gruppe“, freute sich Moderatorin Natasha Walker. Ob Menschen, die gerade so alt sind, wie der Vertrag selbst, oder jene, die nicht mehr im Berufsleben stehen — eine Meinung zu Europa hatten alle Teilnehmer und konnten diese in Kleingruppen bei Workshops äußern.

In einer zweiten Runde schlüpften sie in die Rollen anderer — etwa die eines Eifeler Bauern oder eines Großunternehmers in den USA —, um über den Tellerrand hinauszublicken und möglichst vielschichtige Sichtweisen zur Situation Europas zu erhalten.

Allen Teilnehmern ist klar, dass der Austausch elementar ist, um möglichst viele Personengruppen zu erreichen und die politischen Vorgänge zu verstehen. „Wir müssen aus der großen Fläche, die die Euregio ist, kurze Wege machen“, zieht Walker am Ende der Diskussionsrunde ein Fazit. Um eine „relevante Gestaltung von Politikberatung“ zu erzielen, seien Wissen, Erleben, Inklusion und Zusammenarbeit nötig.

Diskussionsrunden wie die im Aachener Centre Charlemagne fanden auch an anderen Orten in der Region statt. Am 6. Mai schließlich werden die Ideen bei einem „Europe Calling“-Bürgergipfel in Maastricht vorgestellt.

Dazu sind alle eingeladen, die daran interessiert sind, sich gemeinsam mit Nachbarn, Freunden und anderen Mitbürgern Gedanken über die Zukunft Europas zu machen.

Mehr von Aachener Nachrichten