Aachen: Krefelder Straße nach Wasserrohrbruch weiterhin gesperrt

Aachen : Krefelder Straße nach Wasserrohrbruch weiterhin gesperrt

Wann Anwohner in Aachen zuletzt über einen so langen Zeitraum kein Wasser in ihren Wohnungen hatten, daran kann sich selbst Eva Wußing, Sprecherin der Stawag, nicht erinnern. Es muss sehr lange her sein. Zum Glück, möchte man sagen.

Denn es dürfte für die rund 100 Haushalte, die in den Häusern an der Krefelder Straße direkt neben der Bastei stadtauswärts am vergangenen Wochenende von Freitagnachmittag bis Sonntagfrüh kein Wasser hatten, eine besondere und außergewöhnliche Erfahrung gewesen sein. Schließlich ist man sich — solange das Wasser fließt — gar nicht darüber bewusst, wo es überall vonnöten ist. Kochen, Händewaschen, Putzen, Bügeln und der Toilettengang werden zur besonderen Herausforderung.

Da ist kein Durchkommen mehr: Die Krefelder Straße bleibt noch bis zum Wochenende gesperrt. Die Autofahrer suchen sich derweil andere Wege in die Stadt — und das führt unter anderem zu Staus an der Passstraße. Foto: Ralf Roeger

Und dieser mussten sich auch einige betroffene Haushalte an der Ludwigsallee, der Kardinalstraße und der Elsa-Brandström-Straße stundenweise stellen. „Man merkt erst, was alles daran hängt, wenn man mal 20 Stunden kein Wasser hatte“, sagt Anwohnerin Erika Pierotti. Sie sei immer wieder zum Wasserhahn gelaufen und habe getestet, ob denn nicht doch wieder ein bisschen Wasser ins Waschbecken fließt. Doch Fehlanzeige.

Auslöser des Debakels war zunächst ein Gasleck an der Ludwigsallee, das am Donnerstag aufgetreten war. Als dieses von der Stawag behoben wurde, entdeckten die Mitarbeiter Wasser in der Grube. Sie suchten den Fehler und fanden dabei einen Schaden an einer Haupttransportleitung an der Krefelder Straße, wie Wußing sagt. Insgesamt kam es am Wochenende zu drei Schäden an verschiedenen Stellen.

Für die betroffenen Anwohner hatte die Stawag daraufhin Standrohre aufgestellt, an denen man sich Wasser zapfen konnte. Die Baustelle an der Ludwigsallee auf Höhe der Hausnummer 131 sei laut Wußing noch nicht fertiggestellt und bleibe daher noch etwas bestehen. Die Bauarbeiten auf Höhe der Hausnummer 69 sollen im Laufe des heutigen Tages beendet werden.

Die Schäden an der Leitung Krefelder Straße führten allerdings schon am Wochenende zu einer Nachtschicht der Stawag-Mitarbeiter. „Im Schichtsystem haben sie durchgearbeitet“, sagt Wußing. Denn wenn eine große Transportleitung derart beschädigt werde, ergäben sich starke Druckschwankungen, wodurch eine Leitung an anderen Stellen platzen könne. Daher dauerten die Arbeiten insgesamt so lange an. Und daher blieb das Wasser teils so lange fern. „Das war schon ungewöhnlich lang und das tut uns auch sehr leid“, so Wußing.

Abschnitt stark unterspült

Und auch aktuell sind die Auswirkungen des Schadens noch zu spüren. Zwar fließt das Wasser wieder, dafür ist die Krefelder Straße stadteinwärts ab Höhe Merowinger Straße (Anwohner erreichen auch die Kardinalstraße sowie die Elsa-Brandström-Straße) in Richtung Bastei für den Verkehr voll gesperrt. Und vermutlich wird dies auch noch eine Weile so bleiben.

„Der Abschnitt ist relativ stark unterspült“, sagt Wußing. Eine einzelne Fahrbahn freizugeben, könne nicht verantwortet werden, das sei zu gefährlich. „Wir haben uns Samstag dazu entschieden, den Bereich komplett zu sperren, da die Straße sonst weiter einreißen könnte. Es könnte Risse geben und dadurch könnten weitere Leitungen beschädigt werden“, sagt die Stawag-Sprecherin. Voraussichtlich muss daher noch bis zum Wochenende an der Krefelder Straße gearbeitet werden. Umgeleitet wird der Verkehr über die Pass- und Lombardenstraße zur Jülicher Straße und von dort weiter zur Monheimsallee.

Die Reaktionen darauf seitens der Bürger sind nicht nur positiv. „Die Leute beschweren sich bei uns, dass die Straße gesperrt ist — vor allem in den Sozialen Netzwerken ist das aufgefallen“, sagt Harald Beckers vom städtischen Presseamt. Auch die Verkehrsstaus, die sich durch die Sperrung der Straße an der Passstraße und der Jülicher Straße ergeben, stoßen übel auf, lassen sich aber derzeit wohl kaum vermeiden.

Laut aktuellen Erkenntnissen könnte die Baustelle an der Krefelder Straße demnächst sogar noch einmal in Angriff genommen werden. „Irgendwann müssen wir noch mal ran“, sagt Wußing. Nun wolle man aber zunächst die Zugänglichkeit zur Stadt wieder herstellen. Wann die Straße erneut bearbeitet wird, stehe derzeit noch nicht fest. Dies solle aber mit diversen Veranstaltungen, die bald in der Stadt stattfinden, getaktet und mit anderen Maßnahmen abgestimmt werden.

Im Internet informiert

Erika Pierotti hätte sich gewünscht, besser über die Abläufe informiert zu werden. Wußing sagt: „Während der Arbeiten kommen wir leider nicht dazu, Infozettel einzuwerfen. Aber wir haben die Anwohner über die Standrohre so gut es geht über die Sozialen Netzwerke informiert.“

Insgesamt erstreckt sich das Leitungsnetz in Aachen über 1400 Kilometer. Baustellen gibt es laut Eva Wußing daher leider immer mal wieder.

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