Aachen: Kreativwirtschaft ist in der Städteregion gut aufgestellt

Aachen : Kreativwirtschaft ist in der Städteregion gut aufgestellt

Die Kultur- und Kreativwirtschaft in der Städteregion Aachen ist gut aufgestellt. Das ist das Ergebnis einer Studie, die jetzt im Rahmen der Konferenz „Creative Changemakers“ im Forum M offiziell vorgelegt wurde. Design, Werbung, Software, Musik und der Buchmarkt sind Sparten, die demnach gut vertreten sind.

Laut Christoph Backes, Geschäftsführer und Vorstand des u-instituts in Bremen und einer der Autoren der Studie, gibt es viele spannende Unternehmen und Hochschulen. Wichtig sei es, die Potenziale, die es gibt, auch deutlich zu machen.

Die unterschiedlichen Sparten könnten sich in Praxisforen kennenlernen, sich gegenseitig in ihren Produktionsräumen besuchen oder an die RWTH gehen. „Regeln brechen und neu denken“ ist laut Backes ein gutes Rezept für die Zukunft. Doch Innovation sei immer auch ganz eng verknüpft mit guter finanzieller Ausstattung. Daran ließen die Autoren der Studie keinen Zweifel.

Die Städteregion Aachen zählt in NRW mit rund 540 000 Einwohnern zwar zu den kleinen Regionen, nimmt aber laut Studie einen herausragenden Platz in der Kultur- und Kreativwirtschaft ein. Danach sind in diesem Bereich rund 1800 Selbstständige und Unternehmen tätig.

Damit liegt die Städteregion leicht über dem Landesdurchschnitt. Auch beim erwirtschafteten Umsatz in der Kultur- und Kreativwirtschaft steht die Städteregion gut da. Und beim Beschäftigungsanteil kommt sie sogar besonders gut weg.

Rund 11 000 Erwerbstätige arbeiten in der Kultur- und Kreativwirtschaft. Das sind vergleichsweise deutlich mehr als an anderen Orten.

Laut Sylvia Hustedt, Geschäftsführerin des „GründerZentrum Kulturwirtschaft Aachen“ und Co-Autorin der Studie, soll mit der Studie dargelegt werden, wie der Standort Aachen zum Kreativstandort werden kann. „Wir wollen die Kreativbranche mit traditionellen Branchen zusammenbringen“, sagt sie. Es gehe um Innovationen und kreative Fähigkeiten, die bislang brachlägen.

Hintergrund der Studie ist das EU-Projekt „Creative Drive“. Das „GründerZentrum Kulturwirtschaft Aachen“ hat in dessen Rahmen untersucht, inwieweit die Industrie von Kreativen profitieren kann. Dazu führten die Autoren mehr als 40 Interviews und veranstalteten Workshops.

Jetzt kamen die Teilnehmer des EU-Projekts zur großen Abschlusskonferenz zusammen. Neben dem Rückblick auf die vergangenen drei Jahre des Projekts ging es hier auch um einen Blick in die Zukunft der Kreativbranchen der Euregio Maas-Rhein.

Michael Söndermann, der Geschäftsführer des Büros für Kulturwirtschaftsforschung in Köln, stellte dabei auch die Ergebnisse der Studie vor. Deren kompletter Titel lautet wie folgt: „Warum Innovation über Grenzen geht — Thesen für eine erhöhte Wirksamkeit der Kultur- und Kreativwirtschaft in Europa und der Euregio Maas Rhein.“

(mas)
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