Aachen: Kreative Verstecke: Zu Ostern haben wir ein Ei am Wandern

Aachen : Kreative Verstecke: Zu Ostern haben wir ein Ei am Wandern

Natürlich spricht nichts gegen die klassische Variante. Gerade Eltern, die Ostereier vor ihren kleinen Kindern verstecken, sollten ihren Sprößlingen ein schnelles Erfolgserlebnis gönnen. Warum aber sollten nicht alle anderen die Suche etwas herausfordernder gestalten, als „Easter Egg Hiding Challenge“, wie es wohl in modernem Deutsch heißen müsste?

Die etwas augefalleneren Verstecke es gliedern sich in zweieinhalb Kategorien. Bei Typ A sind sie schwer auffindbar, weil an diesen Stellen niemand sucht, während sie bei Typ B leicht zu finden, aber schwer zu bergen sind. Typ C ist die Kategorie für „Sonstige“, ohne die es ja nicht geht.

Stadtrundfahrt mit Osternest: In der Antoniusstraße (Bild 1) interessiert sich kaum einer für einen Schokohasen. Zu den beweglichen Verstecken gehört das Karussell (2) im Hangeweiher-Park. Eier verstecken, wo es nach Eiern riecht, geht am Elisenbrunnen (3) . Ein maritimes Ambiete bietet der Hangeweiher (4). Weil der Teufel am Lousberg (5) höllisch auf die Eier aufpasst, ist ein solches Versteck ähnlich problematisch wie die Dr.-Leo-Löwenstein-Kaserne (6). International aufgestellt ist der Hase am Dreiländerpunkt, bei Gefahr kann er sich schnell ins Ausland absetzen.

Kategorie A

FOTO: HARALD KRÖMER DATE: 28.03.2018 Osteraktion der AN,.

In die Kategorie A fällt zum Beispiel der Parkplatz des Uniklinikums. Sie können Ihren Lieben sogar konkrete Hinweise geben („unter einem schwarzen Audi Kombi“) und wissen sie doch für eine Weile beschäftigt. Wenn Sie dann den „Ulysses“ oder Prousts „Suche nach der verlorenen Zeit“ zu Ende gelesen haben, können Sie den Suchern immer noch das Autokennzeichen mitteilen.

FOTO: HARALD KRÖMER DATE: 28.03.2018 Osteraktion der AN,.

Das hilft denen zwar nicht wirklich weiter, aber es ist ein Zeichen des guten Willens. Ihnen verschafft das weiteren Freiraum, etwa zum Erlernen einer zusätzlichen Fremdsprache.

FOTO: HARALD KRÖMER DATE: 28.03.2018 Osteraktion der AN,.

Zu beachten wäre allerdings der Fahrzeugtyp, unter den man seine Eier schiebt. Oldtimer scheiden aus, die sind zu auffällig. Volkswagen hingegen ist eine sichere Bank: Wenn der Suchtrupp sich unter jeden silberfarbenen Golf bückt, kommt er zuverlässig vor Pfingsten nicht heim. Und wenn diese VW-Motoren nicht laufen, sind sie auch ungefährlich.

Kategorie B

Ein klassischer Fall von B ist hingegen ein Osternest im Revier eines schlecht gelaunten Kampfhundes. Auch der Teufel auf dem Lousberg passt gut auf seine Eier auf und lässt sie sich nicht so einfach entreißen. Pingelig reagiert ebenso die Bundeswehr, weshalb man sich selbst vom schönsten Schokohasen nicht auf ein Kasernengelände locken lassen sollte.

Ebenso raten wir von Osternestern im Straßenbegleitgrün von viel befahrenen Straßen ab, für ein paar hartgekochte Eier muss man sich nicht in Gefahr begeben.

Und damit sind wir schon unversehens bei der Kategorie C. „Sonstiges“ ist für den Öcher das Fenster zur Welt, alles andere ist engstirnig. Klare Zuordnungen gibt es schon genug in der eurasischen Steppe hinter dem Nirmer Tunnel. Zu welchem Typ gehören denn zum Beispiel bewegliche Ziele auf hoher See? Wenn so ein Osterkörbchen in den stürmischen Fluten des Hangeweihers schwimmt, ist es trotzdem gut sichtbar (also nicht A) und leicht zu greifen, weil es früher oder später ans Ufer getrieben wird (B demnach auch nicht). Schwieriger sind Verstecke in Fahrzeugen, von denen niemand weiß, wohin sie entschwinden. Züge fahren sogar durch den Nirmer Tunnel nach Eschweiler, das wäre dann aber klar Kategorie B.

Ein Grenzfall anderer Art ist der Dreiländerpunkt, wo man seine Eier leicht ins Ausland schaffen kann. Leicht zu sehen sind sie nicht, weil immer so viele Touristen drumherum stehen. Das spricht für Typ A, aber weil man aus demselben Grund schlecht drankommt, gehört das Versteck auch in die Kategorie B.

Sonderfälle

Der Elisenbrunnen ist ein ähnlicher Sonderfall, nur umgekehrt: Die Eier sind schnell gefunden und können auch leicht eingesackt werden, aber bei dem penetranten Geruch nach faulen Eiern hat niemand Lust darauf.

Für männliche Eiersucher eignet sich die Antoniusstraße hervorragend als Versteck. Die finden das nie, weil sie angeblich niemals nicht in die Bordellmeile gehen. Sollten sie es doch einmal tun, dann sind sie abgelenkt und haben keinen Blick für Osterkörbchen.

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