1. Lokales
  2. Aachen

Kultur in Aachen: Kreativ in der Krise: digital statt analog

Kultur in Aachen : Kreativ in der Krise: digital statt analog

Der Kulturbetrieb und das Theater der Stadt Aachen bieten mit „Aachen macht Kultur online“ städtische Kulturangebote digital auf Facebook und Instagram und auf den Seiten der Kultureinrichtungen und Museen an.

„Da durch die aktuelle Corona-Pandemie alle Museen und das Theater geschlossen und alle Veranstaltungen abgesagt sind, nehmen wir die Menschen mit auf virtuelle Führungen durch unsere Museen“ wird Susanne Schwier, Beigeordnete für Bildung und Kultur, Schule, Jugend und Sport, in einer Pressemitteilung der Stadt zitiert. Aktuell seien das zum Beispiel die Ausstellung „Blumensprengung“ im Ludwig Forum oder die „Kunstpause“ im Suermondt-Ludwig-Museum. „Darüber hinaus zeigen wir Videoclips aus den unterschiedlichsten Bereichen des Theaters.“

Das neue digitale Angebot soll dauerhaft etabliert werden. „Unter dem Hashtag #aachenmachtkulturonline kommen so Musik, Tanz und Theater sowie Blicke hinter die Kulissen der städtischen Kultureinrichtungen und Museen zu jedem interessierten Kulturfreund ins Haus. Gleichzeitig ist das aber auch eine Chance für die digitalen Kultur-Angebote der Zukunft“, sagt Irit Tirtey, Geschäftsführerin des Aachener Kulturbetriebs.

Unterstützung der freien Szene

Wichtig sei dem Kulturbetrieb insbesondere die Unterstützung der Freien Kulturszene, die im Zuge der Corona-Krise sichtbar leidet. „Für viele Institutionen geht es in dieser Situation ums Überleben. Die freie Szene ist für uns als Stadt ein wichtiger Partner. Wir sind uns der Sorgen und Nöte der Initiativen bewusst. Auf Bundes-, Landes- und Verbandsebenen ist diese Dringlichkeit und sehr kurzfristige Handlungserfordernis erkannt, will man nicht einen „Flurschaden“ in der gewachsenen vielfältigen Kulturlandschaft des Landes riskieren. Der Kulturbetrieb sichtet im Moment alle diese Möglichkeiten der Förderung, berät und steht den freien Kunst- und Kulturschaffenden damit in dieser besonderen Situation zur Seite“, betont Susanne Schwier. Informationen und Links zu Hilfsangeboten, zum Umgang mit kommunalen Fördermitteln sowie Honorar- und Gagenausfällen aufgrund abgesagter Veranstaltungen veröffentlicht der Kulturbetrieb über die Internetauftritte und Social-Media-Kanäle.

Mit einem Abhol- und Bringdienst bietet die Stadtbibliothek zudem einen Service für Bücher und andere Medien an. „Maximal fünf Bücher, DVDs, CDs, Hörbücher, Spiele, Zeitschriften und Noten können von zuhause bestellt werden und werden dann per Bücherbus gebracht. Voraussetzung ist ein gültiger Bibliotheksausweis“, erklärt Bibliotheksleiter Manfred Sawallich. Unter der Mailadresse bibliothek@mail.aachen.de, dem Betreff „Medienausleihe“ sowie unter der Angabe von Leserausweisnummer und der Abholstelle können hier Medien aller Standorte der Stadtbibliothek bestellt werden – zumindest soweit sie im Internetkatalog der Stadtbibliothek als „verfügbar“ angezeigt werden.

Die Medien werden in fertig gepackten Taschen zur Verfügung gestellt. Bis Montag und Mittwoch um 12 Uhr bestellt, erfolgt die Auslieferung über den Bücherbus dann jeweils am Folgetag zwischen 9 und 17 Uhr. Informationen zum Fahrplan der Auslieferung gibt es im Internet unter www.stadtbibliothek-aachen.de sowie per Telefon unter 0241/43238605. Die Rückgabe der Medien erfolgt nach Wiedereröffnung der Bibliothek. Die Servicepauschale pro Bestellung – unabhängig von der Anzahl der Medien – beträgt drei Euro und ist bei der Abgabe zu entrichten. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre bezahlen keine Gebühr. Da der Bücherbus regulär nur in den Außenbezirken der Stadt unterwegs ist, gibt es für Leserinnen und Leser in der Innenstadt jeweils dienstags und donnerstags von 12 bis15 Uhr eine weitere Abholstation – nämlich die Stadtbibliothek an der Couvenstraße 15.

Für die Schülerinnen und Schüler der Musikschule wurde inzwischen ein Online-Angebot gestartet. Gemeinsam mit der Leitung des städtischen Kulturbetriebs, der Musikschule und dem Rechtsamt konnte  eine Lösung für die Umsetzung des alternativen Musikunterrichts erarbeitet werden. Der Unterricht am Instrument findet nun über Skype, Telefon, Mail oder per Videoschalte statt. Susanne Schwier geht davon aus, „dass der Online-Unterricht in Zukunft eine strukturelle Erweiterung erfahren und die traditionelle Form des Unterrichts, den persönlichen Präsenzunterricht, ergänzen wird“.

Momentan verzeichnet die Musikschule rund 400 unterschriebene Rückmeldungen für den Online-Unterricht. „Bezogen auf 1365 durchschnittliche Belegungen im Individualunterricht ist 30 Prozent Abdeckung aller Instrumental- und Vokalschüler durch das Online-Angebot eine gute Zahl. Aufgrund der Freiwilligkeit aller Seiten sehe ich das als einen sehr respektablen Wert an“, sagt Heinz Gassenmeier, der neue Leiter der Aachener Musikschule.

(red)