Aachen: Kostümschneidermeister Heinz Vonderhagen im Alter von 87 Jahren gestorben

Aachen: Kostümschneidermeister Heinz Vonderhagen im Alter von 87 Jahren gestorben

Trauer herrscht in Kreisen des Theaters und des Karnevals: Heinz Vonderhagen, der frühere Kostümschneidermeister am Aachener Stadttheater, ist — wie erst jetzt bekannt wurde — am Donnerstag voriger Woche im Krankenhaus im Alter von 87 Jahren gestorben. Die Beisetzung findet am Freitag um 10 Uhr auf dem Friedhof Auf der Hüls statt.

Heinz Vonderhagen, der im Mariannen-Institut als „echt Öcher Jong“ das Licht der Welt erblickte, hat fast von der „Stunde null“ an am Wiederaufbau des Stadttheaters mitgewirkt. Von 1951 bis zum Ruhestand 1990 war er dort beschäftigt. Der stets hilfsbereite Kostümschneidermeister genoss das große Vertrauen seiner Kolleginnen und Kollegen. Für viele Jahre wählten sie ihn zu ihrem Personalratsvorsitzenden. Das war für ihn ein Amt, das ihn in idealer Teamarbeit mit seinem Stellvertreter, dem im Jahr 2000 verstorbenen Schauspieler Fritz Theuring, immer mit Verantwortung, Stolz und Freude erfüllte.

Nicht nur als Kostümschneider holte sich Heinz Vonderhagen den Beifall des Aachener Publikums. Sein meisterliches Können war auch bei den Karnevalisten gefragt. Für sage und schreibe 50 Prinzen hat er prächtige Kostüme entworfen und maßgefertigt. „Meine Arbeit am Theater mit den vielen barocken Roben war die ideale Grundlage, um auch Prinzen phantasievolle Amtstrachten auf den Leib zu schneidern“, war er zu Recht stolz auf sein Handwerk. „Mal sind sie klein, mal groß, mal soll es bunt sein, dann eher gedeckt und würdevoll“, erzählte er einmal lachend den „Nachrichten“ über den nicht einfachen Job, eitlen Tollitäten das gewünschte närrische Wams zu verpassen. Der erste in seiner Prinzenriege war 1954 der damalige Student und spätere bekannte Bauunternehmer Jules Peters. Heinz Vonderhagen war selbst ein passionierter Jeck: aktiv bei den Oecher Duemjroefe und auch Senator dort.

Im Ruhestand wurden das Reisen und Wandern zum Hobby des Heinz Vonderhagen. Seiner aus der langen Theaterzeit geliebten Stammkneipe „Stehgraa am Theater“ und einem kleinen Freundeskreis dort blieb er treu, bis ihn eine Krankheit und der Rollstuhl zur Aufgabe der regelmäßigen Besuche nötigte. Die letzten Jahre fühlte sich Heinz Vonderhagen im Altenheim am Lindenplatz wohlbehütet.