Aachen: Kopie des Oktogons wird von Jugendlichen kreativ gestaltet

Aachen : Kopie des Oktogons wird von Jugendlichen kreativ gestaltet

Ganz wunderbar findet Dombaumeister Helmut Maintz das Oktogon auf dem Katschhof. „Das Original ist ja umbaut und in seiner Gänze gar nicht zu sehen“, sagt er. Jetzt könne man das „Kernstück des Aachener Doms“ ganz wunderbar und in aller Ruhe betrachten.

Während er zudem auf die besondere Bedeutung der Dombauhütte hinweist, hämmern und werkeln rund 18 Jungen und Mädchen an drei Skulpturen: Sie sollen sich später wie Korallen oder Schlingpflanzen um das Oktogon winden.

Frank Medefindt, Round Table 58, hat es mit seinen Leuten in zwei Tagen auf dem Katschhof aufgebaut und damit den Grundstein für die archimedische Werkstatt gelegt.

Die beschäftigt sich in diesem Jahr mit dem Aachener Dom, der vor 40 Jahren als erstes deutsches Baudenkmal von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt wurde. In der „kleinen Dombauhütte“ entwickeln und bauen Kinder im Rahmen der städtischen Ferienfreizeit ihre eigenen Kreationen rund ums Oktogon. Und so präsentiert sich der Katschhof derzeit als eine riesige Werkstatt gleich neben dem archimedischen Sandkasten.

Christian Kayser, Bleiberger Fabrik, leitet die kleinen Künstler an, gibt ihnen aber dabei den Spielraum, den sie brauchen, um ihre eigenen Ideen umzusetzen. „Vieles entsteht erst im Prozess“, sagt er. Die Arbeit mit den Holzlatten hat sich laut Sibylle Keupen, Leiterin der Bleiberger Fabrik, bereits im vergangenen Jahr bewährt. Demnach erlaubt dieses Material schnelle Fortschritte und ist leicht zu handhaben.

Führungen werden auch angeboten

Mit dem Elektroschrauber in der Hand sorgen die kleinen Handwerker für die Verbindung zwischen den schmalen Latten. Die sind so leicht, dass sie problemlos dort angefügt werden können, wo es gewünscht ist. Anschließend werden sie zum Teil bemalt. Und auch wenn die einzelnen Skulpturen in keinem Zusammenhang mit dem Dom stehen, so sieht Dombaumeister Maintz doch die ein oder andere Kapelle in den Konstruktionen.

Er bietet den Jungen und Mädchen Führungen in die Dachstühle des Doms an und ist begeistert von den Reaktionen. „Die Kinder sind interessiert, aktiv und sie fragen sehr viel“, sagt er, denn schließlich gebe es dort oben ganz viel Holz und ganz viele Verstrebungen — ein wahres Paradies also für die kleinen Künstler.

Dass die Jungen und Mädchen bei diesen Ferienspielen auf dem „schönsten Platz Aachens oder sogar der Euregio“ werkeln dürfen, hält Sibylle Keupen für ein Privileg. Im Anschluss an die Ferienspiele soll das Oktogon auf den Schulhof des Kaiser-Karls-Gymnasiums wechseln, um dort Bestandteil des Kunst-, Physik- und Mathematikunterrichts zu werden.

Zum 40-jährigen Weltkulturerbe-Jubiläum soll es dann ausgestellt werden. Die Arbeit der jungen Künstler auf dem Katschhof wird durch einen Fotokurs dokumentiert und dann in einer Ausstellung im Zeitungsmuseum gezeigt. Und auch am kommenden Samstag, 4. August, soll es trotz des Radrennens um Dom und Rathaus möglich sein, den archimedischen Sandkasten auf dem Katschhof zu besuchen.

Die Ferienspiele rund um den Sandkasten sind nur ein Beispiel für die Aktivitäten, die die Stadt Aachen im Sommer anbietet. Insgesamt sind es laut Renate Prömpeler, Fachbereich Kinder, Jugend und Schule, in 2018 40 Veranstaltungen, an denen 9000 Kinder teilnehmen

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