Aachen: Konzept bei Sturm: Schulschließungen am Tag vorher ansagen

Aachen : Konzept bei Sturm: Schulschließungen am Tag vorher ansagen

Am 18. Januar hat das Sturmtief Friederike in NRW für ein Unwetter gesorgt. Auch die Stadt Aachen war betroffen. Um vorsorgliche Maßnahmen zu treffen, wurde ein Stab für außergewöhnliche Ereignisse eingerichtet.

Feuerwehr, Polizei, Ordnungsamt und der Fachbereich Kinder, Jugend und Schule setzten sich am Morgen des Tages zusammen und beschlossen, die Schulen müssten an diesem Tag geschlossen werden. Viele Schulleitungen schickten ihre Schüler daraufhin auf Anweisung gegen zehn Uhr morgens nach Hause. Mitten durch den wütenden Sturm.

„Wäre unsere Erkenntnislage gewesen, dass der Sturm bereits um zehn Uhr seinen Höhepunkt erreicht, hätten wir natürlich anders entschieden. Aber es war vorhergesagt, dass der Höhepunkt erst ab zwölf Uhr erreicht sein sollte“, sagt Feuerwehrchef Jürgen Wolff. Das diese Situation nicht noch einmal so vorkommen sollte, ist den Verantwortlichen klar.

Sie haben sich nun zusammengesetzt und erläuterten am Donnerstag im Schulausschuss die Pläne für die Zukunft. „Man müsse aus den Erfahrungen lernen“, sagt Bernd Büttgens, Pressesprecher der Stadt Aachen. Am Tag des Unwetters sei der Eindruck entstanden, dass die Schulaufsicht die Information an die Schulen geschickt hatte. Es war jedoch die Feuerwehr. Man müsse also beim nächsten Mal darauf achten, dass deutlich klar ist, wer der Absender ist. Und auch die Verbindlichkeit müsse betont werden.

Ebenfalls gab es zwei verschiedene Informationen, die den Schulen übermittelt wurden: Erst hieß es, sie müssten schließen. Später erreichte sie jedoch die Nachricht, nur Kinder, die bis 10.30 Uhr problemlos ihr zu Hause erreichten, sollten nach Hause geschickt werden. Die anderen sollten in der Schule bleiben und dort betreut werden, so Büttgens. „Da gab es also ein Problem mit der Kommunikation“, räumt er ein.

Um dem beim nächsten Mal vorgreifen zu können, wird der Stab für außergewöhnliche Ereignisse bei absehbaren Vorkommnissen wie Unwetter bereits früher zusammenkommen. Am Vortag beispielsweise. Auch sollen neben den Entscheidungsträgern zukünftig ein Jurist und Mitarbeiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt dem Treffen des Stabs beiwohnen.

„Nur so können wir schnell reagieren und die Nachricht nicht nur an Schulen senden, sondern auch an die Öffentlichkeit, an die Eltern“, sagt Büttgens. Über Soziale Netzwerke, das Radio und die Zeitung soll die Mitteilung der Schulschließung frühzeitig ausgespielt werden. Auch die Katastrophen-Warnapp „Nina“ wird die Feuerwehr laut Wolff zur Verbreitung der Nachricht nutzen.

Sorge vor Katastrophenfall

Kritik zum Vorgehen während des Sturms kommt auch von Seiten der Schule. Wolfgang Gurzan, Leiter des Anne-Frank-Gymnasiums, ist „empört, wie ignorant die Stadt ist“. Die Verantwortlichen hätten die Schulen nicht nach ihren Erfahrungen befragt. Er sorge sich nun darum, wie die Kommunikation in einem Katastrophenfall ablaufen soll, wenn sie schon bei einem Unwetter so versage. „Die Informationskette muss funktionieren“, sagt er.

Büttgens betont, dass man auch auf den Blickwinkel der Schulen eingehen wird. Bei der nächsten Schulleiterkonferenz werde das Thema auf die Tagesordnung gesetzt.

(nt)
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