Aachen: Komplettverlegung der Antoniusstraße jetzt denkbar

Aachen: Komplettverlegung der Antoniusstraße jetzt denkbar

In einem städtischen Hearing, das zum Thema „Prostitution” im Geschwister-Scholl-Gymnasium stattfand, schloss die Aachener Baudezernentin Gisela Nacken eine Komplettverlegung der Bordells in der Antoniusstraße nicht mehr aus.

Nacken erklärte vor Experten aus Dortmund, Bochum, Aachen und dem belgischen Grenzgebiet, dass der jetzige Bestand im „Sträßchen” vom baulichen und hygienischen Zustand nicht mehr akzeptabel sei.

Man verfolge daher zwei Varianten, um die Situation in einem Kerngebiet der Stadt Aachen zu verbessern. Zum einen sei geplant, die Antoniusstraße „etwa bis zur Hälfte” einzukürzen. Da folge man den Vorstellungen der Investoren, die am Büchel die neue Einkaufsgalerie „Bel Etage” planen, wie den Vorstellungen zweiten Investors, der an der Ecke Nikolausstraße/Antoniusstraße Wohnungen und gewerblichen Raum schaffen wolle. Die Ausdehnung des Sperrbezirks ins Innere der Straße hinein solle bis zum „Grossmann-Grundstück” gehen, erklärte Nacken.

Um den Häuserzustand zu verbessern, habe man auch über eine Sanierungssatzung nachgedacht, schließlich brächten die Gebäude mit der Zimmervermietung für die Prostituierten erhebliche Mieten ein. Anders als etwa auf Hamburgs Amüsiermeile, der Reeperbahn, gebe es hier einen eklatanten Modernisierungsstau, da die Hausbesitzer nicht investierten.

Es sei allerdings gleichermaßen diskussionswürdig, im Stadtgebiet einen völlig neuen Standort für Bordelle ins Auge zu fassen.