Komödiantisches Theater bei Kappertz

25 Jahre „Wall Street Theatre“ : Volle Fahrt voraus in Richtung Lachmuskeln

Seit 25 Jahren ist das „Wall Street Theatre“ in der Region unterwegs. Am Freitagabend gastierte das Duo im Saalbau Rothe Erde mit der amüsanten Kreuzfahrt „All inclusive“.

AACHEN Die MS Arthrosa sucht noch ein Unterhaltungs-Duo und natürlich lassen es sich Herr Schultze und Herr Schröder, alias Christian Klömpken und Andreas Wiegels, nicht nehmen, dieses Engagement anzunehmen. Ein bisschen Ruhe dürfen sich die beiden, die unter dem Namen „Wall Street Theatre“ schon seit 25 Jahren touren, doch mal gönnen: Ein bisschen Kreuzfahrt-Urlaub und am Ende eine Captain‘s-Dinner-Show. Doch die beiden Wahlbriten hatten so ihre Schwierigkeiten mit dem Vertragstext – „Ist ja alles auf Deutsch“ – und haben die Rechnung nicht mit Unterhaltungschef Senior Gonzalez gemacht. So stand den beiden eine chaotisch-unterhaltsame Premieren-Reise mit „All inclusive – an Bord der MS Arthrosa“ im Saalbau Rothe Erde bevor.

Aus den Kilts in die Anzüge

Die beiden Komödianten haben tatsächlich reichlich zu tun: Sich noch während der ersten Jonglage aus ihren (Mini-) Kilts in ihre Show-Anzüge werfen, Vorträge halten über die nächsten Häfen, gern auch in Gebärdensprache für die schwerhörigen Kreuzfahrtgäste, mit einer Hitler-Parodie die deutschen Gäste mobilisieren, um im Kampf um die Liegen gegen die Engländer zu bestehen („der Deutsche muss wieder brauner werden!“), die Schiffsschraube schrubben. Und am Ende natürlich die Captain‘s-Dinner-Show mit dem Tischtuch-Rückziehtrick.

Wie gewohnt verknüpfen Schröder und Schultze artistische Einlagen mit irrwitzig-komischen Texten und einer Prise Polit-Satire: lebenserweckend für die Gäste der MS Arthrosa.

Ständige Wechsel

Klömpken und Wiegels verwandeln sich dank spanischem Schnauzer und verschieden farbigen Papierlampions als Turban in kürzester Zeit immer wieder in Gonzalez (Klömpken) und den indischen Chef-Steward Raju (Wiegels). Zudem begeben sich die beiden unter die Puppenspieler, denn zwei sprechende Schiffratten spielen ebenfalls eine Rolle in dieser wilden Geschichte.

Ein bisschen Anarchie gehört wohl dazu, wenn man sich diesen scheinbar ein wenig aus der Zeit gefallenen Ort als Spielstätte aussucht. Und so fiel es fast nicht auf, dass beim Premierenaufschlag von „All inclusive – an Bord der MS Arthrosa“ doch noch so einiges schief ging. Klömpken und Wiegels sind aber – wie gesagt – bereits seit 25 Jahren mit den Unwägbarkeiten von Bühnenauftritten vertraut und improvisierten gekonnt, wenn sich Planabweichungen ergaben. Zum Vergnügen aller!

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