Kommentiert: Nicht den Falschen das Feld überlassen

Kommentiert: Nicht den Falschen das Feld überlassen

Wer einen Vorgeschmack auf die schmutzigen Seiten des Wahlkampfs bekommen will, ist in der Facebook-Gruppe „Du bist aus Aachen wenn...“ ganz gut aufgehoben. Merkel, die Volksverräterin; Schulz, der Alkoholiker; Flüchtlinge, die sich auf Kosten der tumben Deutschen bereichern und ja sowieso alle Verbrecher sind — alles zu finden.

„Deutsche! Am 24. September geht es um euer Überleben“, heißt es da in bester „Stürmer“-Manier. Was das mit Aachen zu tun hat? Was spielt das schon für eine Rolle, wenn sich hier doch offenbar ein Grüppchen und ein Administrator gefunden haben, die unter dem Deckmäntelchen des Öcher Lokalpatriotismus Stimmungsmache gegen alles betreiben, was nicht ins rechte Weltbild passt.

Dass sich diese Menschen im Internet austoben, ist nichts Ungewöhnliches. Dass sie dies aber anscheinend mit Billigung von annähernd 19.000 Mitgliedern tun, gibt dann doch zu denken. Darunter sind viele, die wahrlich nicht im Verdacht stehen, ausländerfeindlich oder nationalistisch zu sein. Sie sollten nicht länger schweigend hinnehmen, was ihnen in dieser Gruppe zugemutet wird. Hinsehen, widersprechen oder im Zweifel austreten — das ist die einzig richtige Konsequenz.

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