Kommentiert: Entweder erneuern oder beerdigen

Kommentiert: Entweder erneuern oder beerdigen

Gefühlt hat es eine Ewigkeit gedauert, bis die Ratspolitiker trotz aller kritischen und mahnenden Berichte die Schwachpunkte des Bürger­forums erkannt haben. Möglicherweise haben sie die Mängel schon früher gesehen, die Dinge aber einfach über die Jahre schleifen lassen.

Das soll nun anders werden. Große Hoffnungen ruhen auf einer neuen Geschäftsführerin oder einem neuen Geschäftsführer, die/der sich ausschließlich um das Forum kümmert. „Wir haben eine Erwartung“, sagte Elke Eschweiler (CDU) und meinte damit, dass die/der Neue ein Konzept für die zukünftige Arbeit des Forums aus der Tasche mitbringen möge.

Neue Ideen sollte auch die Politik beisteuern, wie das der SPD-Fraktionsvorsitzende Michael Servos denn auch angemahnt hat. Aktiv mitgestalten, richtig, und nicht das Forum, das ja nichts zu entscheiden hat, mit linker Hand abtun. Wenn man das Forum wirklich als Bühne für den Dialog mit den Bürgern wünscht, sollten sich auch die Spitzen der Fraktionen nicht für einen Sitz im Forum zu schade sein.

Einen wichtigen Aspekt steuerte im Personal- und Verwaltungsausschuss FDP-Ratsfrau Sigrid Moselage bei, indem sie die Verwaltung aufforderte, künftige Projekte und Vorhaben im Forum einzubringen. Bislang erfahren die Bürger über solche Dinge dort nichts. Im Forum derzeitigen Zustands regiert die Langeweile. Folge: Die Bürger bleiben weg. Wenn es aber ernsthaft das Ziel ist, „Bürgerinnen und Bürger zur Mitwirkung an der kommunalen Selbstverwaltung zu ermutigen“, wie es in der Stellenausschreibung für die neue Geschäftsführung heißt, muss dort nicht über Kokolores, sondern über die künftige Stadtentwicklung lebhaft diskutiert werden.

Wenn der/die Neue, Politik und Verwaltung ein spannendes Konzept nicht hinkriegen — was kein Vorwurf ist, sondern durchaus passieren kann —, sollten alle Beteiligten sich nicht länger quälen und sich nicht scheuen, die „tolle Sache Bürgerforum“ (Michael Servos) zu beerdigen.