Aachen: Kohlekraft ist der Stawag ein Klotz am Bein

Aachen : Kohlekraft ist der Stawag ein Klotz am Bein

Kohle ist schwerer als Luft, das hat die Stawag im vergangenen Geschäftsjahr auch im Geldbeutel gespürt. Zwar blickte der Vorstand bei der Jahrespressekonferenz am Mittwoch insgesamt zufrieden auf 2016, aber dennoch stand am Ende ein Einbruch der Umsatzerlöse von knapp 50 Millionen Euro fest — von 432,5 Millionen auf 382,9 Millionen Euro. Es sind vor allem die fossilen Energieträger, die zu schaffen machen.

Genauer gesagt sind es die Beteiligungen am Gasspeicher Epe, am Gaskraftwerk Hamm und am Kohlekraftwerk Lünen, die sich als Klotz am Bein erwiesen haben. Besonders aufgrund der niedrigen Strompreise an der Börse hätten diese Kraftwerksbeteiligungen das Ergebnis belastet, erklärte Stawag-Vorstand Christian Becker. Im derzeitigen Marktumfeld würden sich keine Abnehmer für diese Anteile finden, weswegen man auch in Zukunft noch mit Verlusten rechnen müsse.

Nichtsdestotrotz konnte die Stawag im vergangenen Jahr wieder einen stattlichen Gewinn von 23,5 Millionen Euro verbuchen. Das sind zwar 11,6 Millionen Euro weniger als 2015, aber damit habe sich der Gewinn vor Steuern nach dem außerordentlich guten Vorjahr wieder auf dem normalen Niveau eingependelt, sagte Becker. „Trotz des hohen Drucks insbesondere durch Online-Anbieter haben wir aber unsere Position verteidigt“, so sein Vorstandskollege Wilfried Ullrich. Bei der Stromversorgung habe die Stawag einen Marktanteil von etwa 80 Prozent, beim Gas seien es rund 70 Prozent.

Der Fokus liegt jetzt — und in Zukunft wohl noch mehr — auf den Schwerpunkten Digitalisierung und regenerative Energien. Besonders letztere entwickelten sich stark, sagte Vorstandsmitglied Peter Asmuth. „Wir haben bundesweit 15 Windparks am Netz und Anfang des Jahres ist auch jener in Simmerath dazugekommen.“ Im Bau befänden sich die Windparks im Aachener Norden und in Höfen. Auch für den baldigen Baubeginn der Anlagen im Münsterwald sei er zuversichtlich.

Unter anderem durch eben diesen Ausbau von Windenergie will die Stawag bis 2020 eine Jahresproduktion von 600 Millionen Kilowattstunden aus regenerativen Energiequellen erreichen. Schon jetzt, so Asmuth, sei die Hälfte geschafft, bis Ende 2018 sollen es 70 Prozent sein. Parallel wird der Ausbau des Ladesäulennetzes vorangetrieben: Hier sollen dieses Jahr zu den 32 bereits bestehenden noch 15 neue Säulen hinzukommen.

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