Aachen: Klimaticket soll Kapstadt grüner machen

Aachen: Klimaticket soll Kapstadt grüner machen

Fliegen schädigt das Weltklima: Pro Flugkilometer und Passagier gelangen rund 250 Gramm Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre und tragen zur globalen Erwärmung bei. Der Förderverein der Agenda-Partnerschaft Aachen-Kapstadt will dazu beitragen, Umweltschäden zu kompensieren.

Der Verein gab jetzt den Startschuss für das Klimaticket Aachen-Kapstadt. Nach Angaben der Initiatoren ist es das erste und bislang einzige Klimaticket auf lokaler Ebene.

Das Konzept: Wer fliegt, spendet pro Flugstunde einen Geldbetrag. Dieses Geld wird im südafrikanischen Kapstadt in eine Begrünungsinitiative investiert.

„Wir haben seit Jahren intensiven Kontakt zum Verein Abalimi, der in den Townships von Kapstadt wirklich gute Arbeit leistet”, berichtet Nika Stützel vom Vorstand des Fördervereins Aachen-Kapstadt.

„Diese Arbeit wollen wir mit dem Klimaticket direkt und unbürokratisch unterstützen”.

Abalimi heißt so viel wie „die Pflanzer” auf Xhosa. Abalimi arbeitet in den ärmsten Vierteln von Kapstadt. Der Verein schult die Menschen im ökologischen Landbau. Brachland verwandelt sich in blühende Nutzgärten.

Mit dem Ertrag der Gärten können die Lebensbedingungen der Menschen und ihre Ernährung recht schnell verbessert werden. Die Pflanzer tun aber auch etwas für die Infrastruktur. Die Planzen binden CO2 und verbessern so das Weltklima.

„Die Spenden kommen zu fast 100 Prozent in den Armenvierteln an”, versichert Josefine Ebel von Inwent (Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH), „der Förderverein erledigt die gesamte Abwicklung ehrenamtlich, so fallen kaum Kosten an”.

Fünf Euro pro Flugstunde

„Schon eine Fläche von 500 Quadratmetern sichert das Überleben einer kleineren Familie”, erläutert Gabriele Schütz-Lembach vom städtischen Fachbereich Umwelt. Und was die Familie nicht selbst verzehrt, kann sie verkaufen - ein wichtiger Aspekt in einer Gegend mit Arbeitslosenquoten zwischen 60 und 80 Prozent.

Für ihr Klimaticket legen die Initiatoren als Kompensation für den CO2-Ausstoß fünf Euro je Flugstunde zugrunde. Wer also zum Beispiel nach Mallorca fliegt und 20 Euro spendet, finanziert damit 110 Quadratmeter Garten in Kapstadt. Wer nach Kapstadt fliegt und dafür 130 Euro als Kompensation spendet, finanziert damit schon 750 Quadratmeter Garten.

Spenden für rund 1750 Quadratmeter Gartenfläche hat der Förderverein Aachen-Kapstadt bereits nach Südafrika überwiesen. Und die Initiatoren hoffen, dass nun viele umweltbewusste Flugpassagiere ihrem Beispiel folgen. „Man kann natürlich auch spenden, ohne geflogen zu sein. Und man kann auch den CO2-Ausstoß seines Autos kompensieren”, sagt Josefine Ebel.

Aachens Umweltdezernentin Gisela Aacken gehört auf jeden Fall zu den Fans des neuen Klimtickets. „Das ist ein weiterer Baustein zum Klimaschutz für Aachen”, sagt sie. Und für die Partner in Kapstadt bedeute das Klimaticket ein Stück ganz direkter Hilfe.

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