Aachen: Kleingärtner weiter misstrauisch

Aachen: Kleingärtner weiter misstrauisch

Eine Abordnung des Kleingartenvereins Wiesental hat Oberbürgermeister Marcel Philipp am Mittwoch im Rat der Stadt eine Liste mit 1800 Protestunterschriften gegen eine denkbare „Zerschlagung” der Gartenkolonie zwischen Jülicher Straße und Wurm übergeben.

„Wiesental”-Vorsitzender Josef Mandelartz und seine Mitstreiter machten damit nochmals deutlich, dass sie mit aller Kraft die Pläne für die sogenannten Grünfugen unweit des Europaplatzes verhindern wollen.

Seit die Pläne zur städtebaulichen Umgestaltung von „Aachen-Nord” bekannt sind, ist die Entrüstung unter den Wiesental-Kleingärtnern groß. So sieht ein erster Entwurf drei neue Grünschneisen vor, die das Wohnviertel entlang der Jülicher Straße besser an den Grünzug an der Wurm anbinden soll. Mehr als 30 der insgesamt 176 Parzellen würden verschwinden. Alleine für eine geplante mittlere „Grünfuge”, die die Kolonie zerteilen würde, müssten 24 Gärten geopfert werden.

Daher geht es den Kleingärtnern in erster Linie darum, diese mittlere Fuge zu verhindern. Aufgrund des heftigen Protests haben Politik und Verwaltung inzwischen zugesagt, einen externen Moderator einzusetzen, der mithilfe einer „Lenkungsgruppe” einen Kompromiss erarbeiten soll. In dieser Lenkungsgruppe werden auch die Kleingärtner einen Sitz haben.

Dennoch bleibt ihr Misstrauen gegenüber Politik und Verwaltung groß, wie mehrere Wiesental-Vertreter in der Bürgerfragestunde des Rats deutlich machten. Ihre Anlage preisen sie als regelrechte „Oase”, die auch im Sinne der Integration eine wichtige Rolle spiele. Zahlreiche Ausländer bearbeiten dort Seite an Seite mit Deutschen ihre Parzellen. Auch würden die Gärten Lärm und Emmissionen der Autobahn schlucken, führen sie als Argument gegen eine Zerteilung ins Feld.

Vertreter aller Fraktionen und OB Philipp machten im Rat erneut deutlich, dass sie nicht auf Konfontationskurs gehen wollen und um Ausgleich bemüht sind. Gleichwohl wird die Lenkungsgruppe „ergebnisoffen” arbeiten. Soll heißen: Noch ist die bei den Kleingärtnern verhasste mittlere Grünfuge nicht verhindert - vor allem die Mehrheitsfraktionen CDU und Grüne wollen sie nicht vorzeitig zu den Akten legen.

Für die Wiesentaler ist das Grund genug, nicht klein beizugeben. Zur nächsten Sitzung von Hauptauschuss und Rat am 17. November planen sie einen „Lichterzug” vom Elisenbrunnen zum Rathaus. Zahlreiche der insgesamt rund 2500 Kleingärtner in Aachen hätten sich bereits solidarisch erklärt und wollen den Protest gegen die Schneise durch die Anlage unterstützen.

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