Aachen: „Kleiner Werwolf“ kommt gut an

Aachen: „Kleiner Werwolf“ kommt gut an

Moritz steht im Badezimmer und schaut in den Spiegel. Mit ihm stimmt irgendetwas nicht. Seine Stimme ist plötzlich tiefer, seine Hände sind zu großen Pranken geworden, und er hört und riecht ausgezeichnet. „Treffen in unserem Geheimversteck“, gibt er schnell an seine beste Freundin Lina durch.

An ihrem Treffpunkt, einem Dachboden, angekommen, beratschlagen sich die beiden. Lina hat schließlich die richtige Eingebung: „Da steckt ein Wolf in deinen Schuhen!“

Kinderbuch von Cornelia Funke

Das Ensemble des Das Da Theaters gab am Dienstag Einblicke in die Probenarbeit zu ihrem neuen Stück „Kleiner Werwolf“. Das Familienstück basiert auf dem gleichnamigen Kinderbuch von Cornelia Funke. Moritz, genannt „Motte“, wird auf dem Heimweg nach einem Kinobesuch von einem merkwürdigen Hund, der sich als Wolf entpuppt, gebissen. Die Wunde ist harmlos, doch fatal ist, dass er sich von nun an Stück für Stück in einen Werwolf verwandelt. Natürlich setzen Lina und Motte alles daran, zu verhindern, dass er sich beim nächsten Vollmond endgültig in einen Werwolf verwandelt.

Das gestrige Probenpublikum war hörbar begeistert von der Aufführung. Das Das Da Theater hatte Schüler der Klassen eins bis vier der Schulen KGS Feldstraße und Kohlscheid-Mitte eingeladen, sich bereits vor der Premiere am Samstag, 25. Oktober, Ausschnitte des Stücks anzusehen. Davon profitierten nicht nur die Schüler, sondern auch das Theaterteam.

„Schon bei unseren ersten Kinderstücken haben wir vorab Schulklassen in unsere Proben mit einbezogen“, erzählt Tom Hirtz, künstlerischer Leiter des Theaters. Das diene in erster Linie dazu, auszutesten, wie die Kinder auf ein Stück reagieren. „Kommen bestimmte Szenen nicht gut an oder anders als erwartet, können wir diese gegebenenfalls noch einmal abwandeln“, erklärt Hirtz.

Im Falle des „Kleinen Werwolfs“ haben die Befürchtungen zum Beispiel darin gelegen, das Stück könne zu gruselig sein, sagt Regisseur Achim Bieler. Bewahrheitet hat sich diese Vermutung nicht — die Schüler waren angetan. Das Stück enthält viele lustige Komponenten, und den Schauspielern gelang es, die Kinder zum Lachen zu bringen.

Die Inszenierung ist angelehnt an eine Theaterbearbeitung von Erik Schäffler und Uwe Schade. Diese wurde von Regisseur Bieler aber leicht abgewandelt, und der musikalische Leiter des Theaters, Christoph Eisenburger, komponierte eigens für die Produktion mehrere Lieder. Gespielt werden die Figuren im „Kleinen Werwolf“ lediglich von drei Schauspielern. Mario Thomanek schlüpft in die Rolle des „Motte“ — Michelle Bray und Bernhard Schnepf stellen jeweils gleich mehrere Charaktere dar.

Den Schülern ist die Verwandlung von Bernhard Schnepf nicht entgangen. Er übernimmt unter anderem die Rollen einer strengen Bibliothekarin, eines unbeliebten Lehrers und des Vaters des Protagonisten „Motte“. Schwierig sei daran besonders die Schnelligkeit, in der er seine Rollen wechseln müsse, sagt Schnepf. Den Schülern hat gerade der schnelle und oft unerwartete Wechsel jedenfalls gut gefallen.