Aachen: Kleine Reise in die Vergangenheit der Tour de France

Aachen : Kleine Reise in die Vergangenheit der Tour de France

Behutsam streicht Christopher Meiser, Bereichsleiter Service bei Bike Components in Aachen, über den Rahmen des Fahrrads. Es ist am Vorabend in die Filiale an der Aachener Neupforte geliefert worden. Das mit indirekter Beleuchtung in Szene gesetzte, wertvolle Sportgerät ist nicht etwa eines der neuesten Modelle auf dem Markt mit.

Es hat noch nicht einmal aufgepumpte Reifen. Das Rad hat vielmehr schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel, einen Stahlrahmen, Rahmenschaltung und den Namen seines Vorbesitzers auflackiert.

Einen Namen, der wohl auch vielen ein Begriff sein dürfte, die sich für den Radsport sonst nicht so sehr interessieren: Eddy Merckx. Das Rad ist eines von insgesamt 15 Profi-Rädern, die derzeit in dem Aachener Ladenlokal anlässlich der Tour de France ausgestellt sind.

„Die Räder haben wir alle von einem Sammler aus Jülich zur Verfügung gestellt bekommen“, verrät Meiser, der wiederum über die Firma SRM (Schoberer Rad Messtechnik) einen guten Draht zu den Rennställen habe, von denen sich viele auf die Messtechnik auf Jülich verlassen.

Entwicklungen werden deutlich

„Wenn man die Räder jetzt so nebeneinander stehen sieht, dann werden die Entwicklungen im Radsport sehr deutlich“, sagt Meiser. Da stehen alte Stahlrahmen neben Karbonrädern, die kaum noch auf sechs Kilogramm Eigengewicht kommen, so dass die Fahrer noch Zusatzgewichte anbringen müssen. Aus der Schaltung mit ehemals zwölf Gängen sind längst 22 Gänge geworden. Generell sind die Räder heute viel aerodynamischer als noch vor Jahrzehnten.

Fans kommen ins Schwärmen

Und Tour de France-Fans kommen auch bei den Geschichten, die die Räder zu erzählen haben, ins Schwärmen. Auch die Bike Components-Kunden nehmen sich am Dienstag ein paar Minuten mehr Zeit als sonst, um sich im Laden umzusehen. Da ist das Madone-Rad von Alberto Contador, mit dem er die Tour 2009 gewann. Das Pinarello, mit dem Erik Zabel 2000 das Grüne Trikot holte. Auch Räder der umstrittenen Profis Jan Ullrich und Lance Armstrong sind in der Ladenzeile ausgestellt. Und wertvoll sind nicht nur die alten Schätzchen, die Sammlerstücke: „Die modernen Rennräder können je nach Ausstattung mehr als ein Kleinwagen kosten“, sagt Meiser.

Wer sich für Fahrradgeschichte interessiert und sich auf die Tour de France einstimmen möchte, kann sich die Räder noch bis zum Wochenende zu den Öffnungszeiten von Bike Components, Neupforte 2d, anschauen: unter der Woche von 10 bis 19 Uhr, samstags von 10 bis 16 Uhr.

(slg)
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