Aachen: Klaus-Hemmerle-Hauptschule soll zum urbanen Viertel werden

Aachen : Klaus-Hemmerle-Hauptschule soll zum urbanen Viertel werden

Es ist wirklich nicht schön, das Gebäude der ehemaligen Klaus-Hemmerle-Hauptschule an der Franzstraße. Deswegen ist es eine gute Nachricht, dass der Bebauungsplan für einen Abriss der alten Schule und einen darauf folgenden Neubau eines Wohnviertels jetzt Realität annimmt.

Ein entscheidender Schritt dahin war eine Bürgeranhörung, die die Stadtverwaltung am Dienstagabend im Verwaltungsgebäude Marschiertor angeboten hatte. Dort gab es zwar keinen überwältigenden Zuspruch von Anwohner und Betroffenen, die sich am frühen Abend dort versammelten, aber die, die gekommen waren, hörten sich interessiert das städtische Plankonzept an.

Die Anwohner mahnen bei der Bürgeranhörung den Erhalt von Bäumen an. Foto: Ralf Roeger

Blockrand aufbrechen

Die Vorstellungen der Verwaltung wurden vorgetragen von Uwe Schnuis (Büro Raum/Plan, Aachen). Das Vorhaben sieht vor, den bisher geschlossenen Blockrand an der Franzstraße aufzubrechen und den heutigen Schulhof in ein urbanes Viertel mit hohen Freiraumqualitäten zu verwandeln. Statt eines zusammenhängenden Komplexes haben die Architekten ein Ensemble aus drei Gebäuden entworfen, in dem jedes Haus seinen Stadtraum, seine Adresse und seinen eigenen Garten bekommt.

Durch die Aufteilung auf drei Gebäude soll nach dem Willen der Planer die Begehbarkeit und das Durchwandern zwischen Franzstraße, Karmeliterstraße, Spielplatz und Boxgraben ermöglicht werden. Für das Gewinnerbüro des Architektenwettbewerbs, KadaWittfeld aus Aachen, präsentierten die Architekten Maike Schlick und Gustav Ibing das Vorhaben, in dem insgesamt 156 Wohnungen in den drei Wohnkomplexen entstehen sollen.

Kritik aus dem Publikum gab es , so ein Teilnehmer, an „der massiven und möglicherweise zu hohen“ Randbebauung an der Franzstraße. Dort sind die Gebäude aus rotem Backstein fünf Stockwerke hoch geplant, auf Höhe des jetzigen Eingangs der ehemaligen Schule soll es eine Öffnung in den hinteren Bereich in Richtung Karmeliterstraße geben. Der Spielplatz soll an der Stelle bleiben, an der er sich jetzt befindet. Auch die ehemalige Turnhalle und ein weiteres Gebäude werden nicht abgerissen, dort soll eine städtische Kita betrieben werden.

Aufgabe für die Entwurfsplaner und den Investor war es ebenfalls, die dort befindliche Senioreneinrichtung im neuen Ensemble unterzubringen. Große Sorge formulierten die Bürger bezüglich des auf dem Schulhof und direkt an der Grenze des Bebauungsplangebietes befindlichen alten Baumbestands, darunter ein großer, breitkroniger Ahornbaum. Im Plan waren diese Bäume als disponibel, also „verfügbar“, eingezeichnet, was den Bürgern überhaupt nicht behagte. „Wir können die alten Bäume nicht wegen ein paar Plätzen in einer Tiefgarage opfern“, war der eindringliche Appell an die Investoren.

Anregungen bis zum 22. Juni

Das hin zum Boxgraben aufsteigende Gelände wird insgesamt mit drei Baukörpern ausgestattet, es soll einen Durchstich zum Boxgraben wie zur Karmeliterstraße geben. Anregungen und Einwendungen können bis zum 22. Juni eingebracht werden.

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