Aachen: Klassik trifft auf Rock und Blues

Aachen : Klassik trifft auf Rock und Blues

Der altjüdische König Hiskia steht im Mittelpunkt eines Oratoriums, das Kantor Thomas Linder derzeit mit seinen Chören und Musikern einstudiert. Zugrunde liegt dem geplanten Konzert ein Chorwerk von Christoph Schönherr aus dem Jahr 2013. Das Besondere dabei: Klassische Musik wird mit Rock, Pop und Blues vermischt. Und genau das kommt dem Aachener Kantor entgegen.

In der Kirchengemeinde St. Jakob leitet er zwei Chöre. Der eine widmet sich klassischer Musik, der andere geht mehr ins Moderne. So werden also sicher alle auf ihre Kosten kommen, wenn am Sonntag, 18. November, um 17 Uhr in der Pfarrkirche St. Jakob rund 100 Musiker —Band und Orchester inklusive — zur Aufführung laden.

Das ehrgeizige Projekt hat dann insgesamt etwa eineinhalb Jahre Vorbereitungszeit in Anspruch genommen.

Um seine Sänger und Sängerinnen nicht über Gebühr zu strapazieren, hat Linder zunächst nur einmal im Monat für „Hiskia“ geprobt. Nach den Sommerferien sieht das anders aus. „Dann werden wir die Proben intensivieren“, sagt er, und später kommen auch Band und Orchester mit ins Spiel. Mit Heribert Leuchter (Saxophon), Christoph Eisenburger (Klavier) und Steffen Thormählen (Schlagzeug, Percussion) konnte Linder zudem namhafte Musiker für das Projekt gewinnen, und das Orchester wird von Marion Simons-Olivier geleitet.

Dieses „Brückenwerk“ zwischen tradierter und moderner Musik wird sicher allen Musikern eine Menge abverlangen, aber die guten Erfahrungen, die Linder mit der Aufführung des Mozart Requiems vor drei Jahren gemacht hat, haben ihn beflügelt. „Aber dass diesmal neben einem Orchester auch eine Band dabei ist, ist etwas ganz Besonderes“, sagt er. „Hiskia“ ist ein Oratorium. Das heißt: Ein geistlicher Text wird musikalisch vertont und von Solisten, Instrumentalisten und Chor vorgetragen.

Inhaltlich spielt Hiskias Gottvertrauen eine wesentliche Rolle: Zunächst beschert es ihm den Sieg über das feindliche Heer der Assyrer und später dann trotz Krankheit sogar ein langes Leben. Fünf Solisten kommen zum Einsatz, um die Hauptfiguren zu verkörpern, und ein Tenor fungiert als Erzähler.

Der Chor übernimmt die Rolle des Volkes und verzeichnet insgesamt allein 18 von insgesamt 27 Nummern. Um das Projekt stemmen zu können, setzt sich der Chor aus Mitgliedern der bereits bestehenden Chöre (Klassik und Courage) und einem Projektchor zusammen, der sich eigens zu diesem Zweck gebildet hat.

Dass dann aber erfahrungsgemäß der ein oder anderer dabeibleibt, empfindet Linder als angenehmen Nebeneffekt. Und damit alle Sänger und Sängerinnen musikalisch zueinander finden, werden sie im September zu einem Probentag im Gemeindezentrum Maria im Tann im Preuswald zusammenkommen. Und danach wird es dann auch erste Proben mit dem Orchester geben.

Solche Projekte wie „Hiskia“ sind natürlich etwas ganz Besonderes auch für die Kirchengemeinde St. Jakob. Und auch wenn sie nicht ganz billig sind, ist die Gemeinde laut Kantor Thomas Linder dennoch bereit, sie zu unterstützen.

In der Chorgemeinschaft ergebe sich im Laufe der Vorbereitungszeit ein ganz neues Gefühl der Zusammengehörigkeit, sagt er und ergänzt: „Durch Hiskia hat sich schon jetzt eine schöne Gemeinschaft gebildet.“