Aachen: Kitas profitieren von der Initiative „Aachen macht satt“

Aachen : Kitas profitieren von der Initiative „Aachen macht satt“

„Angefangen hat alles mit einem Apfeltag“, erinnert sich Petra Pfeifer-Schmitz, Leiterin der städtischen Tageseinrichtung für Kinder an der Reimser Straße im Preuswald. Seitdem haben sich die Essgewohnheiten der Kinder in der Einrichtung sehr gewandelt. „Viele der Kinder hatten morgens Limonade, Cola, Chips oder Schoko­riegel zum Frühstück dabei“, berichtet Pfeifer-Schmitz.

Das ist seit etwas mehr als zwei Jahren anders, denn seitdem kommt Stephan Flock vom Rewe-Markt im Kapuziner Karree mit frischen Lebensmitteln in die Kita.

Im August 2012 hatte der Rewe-Filiale im Kapuzinerkarree im Rahmen seiner „Nachhaltigkeitswochen“ Äpfel für Kindergartenkinder gespendet. Marktleiter Jochen Keppler hatte sich mit seinem Team Gedanken gemacht, wie man langfristig zur gesunden Ernährung von Kindern in Aachen beitragen kann.

In der privaten Initiative „Aachen macht satt“ fand er Menschen, die sich gegen den Hunger von Kindern einsetzen. Initiatorin Julia Frambach fand schnell vier Kindertagesstätten, die diese Unterstützung sehr gut gebrauchen können. „Da ist uns erstmals bewusst geworden, wie schlecht manche Kinder mit den Grundnahrungsmitteln versorgt sind. Schnell bekamen wir grünes Licht“, erzählt Stephan Flock.

Eine der vier Einrichtungen ist die Kita im Preuswald. Zum Wochenanfang bekommen die Kinder regelmäßig kostenfrei Obst, Gemüse und weitere Grundnahrungsmittel, so können sie täglich gesund und reichhaltig frühstücken.

Flock betreut die Aktion von Anfang an mit viel Engagement. Er kocht sogar gelegentlich gemeinsam mit den Kindern ein gesundes Mittagessen, pflanzt mit ihnen Gemüse an oder lädt sie in den Laden ein.

„Ein noch größerer Erfolg für uns ist, dass die Mädchen und Jungen ihren Eltern davon erzählen, beim Familieneinkauf auf gesunde Lebensmittel achten und zum Beispiel mit der Mutter auf dem heimischen Balkon einen Eimer mit Tomaten anpflanzen“, berichtet Pfeifer-Schmitz.

„Wir betreuen hier 82 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren, 90 Prozent haben Migrationshintergrund, 50 Prozent sind afrikanischer Herkunft, kennen deutsche Lebensmittel und vollwertige Ernährung nicht unbedingt. Der Anteil an Kindern aus sozial benachteiligten Familien ist besonders hoch“, erklärt die Leiterin. Die Aktion „Aachen macht satt“ sei ein Segen gewesen, habe vieles grundlegend zum Positiven verändert.

Sogar kleine Sonderwünsche können manchmal auf der Bestell-Liste berücksichtigt werden und so gab es sogar schon mal Räucherlachs für die Kinder. „Natürlich dürfen die Kinder auch mal etwas Süßes essen. Aber mittlerweile ist die Vorfreude auf die gesunden Sachen am Anfang der Woche riesig“, ist Pfeifer-Schmitz begeistert.

Ähnliche Erfolge kann Beate Traeger, Teamleiterin im Fachbereich Kinder, Jugend und Schule, für die städtischen Tageseinrichtungen für Kinder an der Weißwasserstraße, an der Düppelstraße und an der Stettiner Straße verbuchen: „Die Zahl der Kinder, die ohne oder mit einem ungesunden Frühstück in der Kita erscheinen, steigt vor allem in Stadtteilen mit einem höheren Anteil an sozial benachteiligten Familien. Diesem Trend können wir erfolgreich entgegenwirken.“

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