Aachen: „KingzCorner“: Erfolgreiche Angebote stehen auf der Kippe

Aachen : „KingzCorner“: Erfolgreiche Angebote stehen auf der Kippe

Menschen verschiedener Herkunft eine Plattform zu bieten, das gehört zum Selbstverständnis des Vereins „KingzCorner“. Die kulturelle Begegnungsstätte macht es möglich, sich frei zu entfalten und miteinander vernetzen zu können.

Das Angebot an der Königstraße 46 steht unter dem Motto „Music, Stylez and Culture“ und richtet sich überwiegend an Jugendliche und junge Erwachsene.

Aktuell muss das Vereinszentrum dringend umgebaut werden. „Aufgrund neuer Bestimmungen der Stadt zu Schallschutz und Belüftung benötigen wir rund 20.000 Euro für Umbauarbeiten“, ruft Leiter Sebastian Walter zu Spenden auf. Der Veranstaltungsraum wird vergrößert, eine neue Lüftung eingebaut und der Schallschutz überarbeitet. „Leider geht die Arbeit nur langsam voran, denn uns fehlen die finanziellen Mittel. Wir freuen uns daher über jede Unterstützung — sei es finanziell oder in Form von Sachspenden und professionellen Bauarbeiten“, betont Sebastian Walter. Bislang habe man das meiste ehrenamtlich geschafft, sogar eine Behindertentoilette und einen nötigen dritten Fluchtweg in Eigenregie gebaut. „Aber nun ist unsere Grenze erreicht“, sagt Walter, der sich mehr Anerkennung der Stadt für die geleistete Arbeit wünscht.

Der Kulturverein entwickelte sich aus der Idee heraus, Raum für einen gemeinsamen kulturellen Austausch zu schaffen. Mit den Räumlichkeiten der ehemaligen Brauerei Degraa fand der 2012 gegründete Verein ein geeignetes Zuhause, das komplett in Eigenregie umgebaut und saniert wurde. Es entstanden ein Veranstaltungsraum mit Bühne, Theke, Ton- und Lichtanlage sowie ein Tonstudio, Probe- und Projekträume. Seitdem pflegt der Verein zum Beispiel mit Musik- und Graffiti-Workshops für Schulklassen oder Jugendgruppen einen auf Augenhöhe basierenden interkulturellen Austausch. Im Mittelpunkt steht die musikalische, künstlerische und kulturelle Zusammenarbeit mit Menschen verschiedener sozialer Herkunft. „Wir bringen gesellschaftliche Gruppen zusammen, fördern soziale Kompetenzen und Talente“, erklärt Vorstandsmitglied Emilene Wopana Mudimu. Gerade das erfolgreiche Kulturprojekt für die Integration von jugendlichen Flüchtlingen habe sich zum nachhaltigen Angebot gemausert.

Musikalische Begegnungen

Jeden Mittwoch finden von 18 bis 22 Uhr interkulturelle musikalische Begegnungen statt. Eine enge Vernetzung mit sozialen Institutionen und Veranstaltungen wie dem Multi-Kulti-Fest oder dem Südstraßenfestival schafft einen großen Spielraum für die im „Kingz­Corner“ aktiven Leute.

Bis der Umbau beendet ist, können Konzerte, Jam Sessions, multikulturelle Tanzabende und Comedy-Shows nicht mehr stattfinden. Allein kleine Privatveranstaltungen wie Vermietungen für Geburtstagsfeiern mit bis zu 50 Leuten sind möglich. Bis die Auflagen erfüllt sind, gibt es aber keine öffentlichen Veranstaltungen.

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