Aachen: Kinderschutzbund kann langsam aufatmen

Aachen: Kinderschutzbund kann langsam aufatmen

„Langsam geht es stimmungsmäßig aufwärts“, atmet Andrea Weyer hörbar durch. Zwei gute Nachrichten helfen der Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes dabei. Zum einen hat die Aachener Polizei die Serie von Vandalismusanschlägen auf den Abenteuerspielplatz „Zum Kirschbäumchen“ aufgeklärt.

Und zum anderen hat sie die Welle der Hilfsbereitschaft gefreut, die einsetzte, nachdem der Kinderschutzbund nach der Reihe von Sachbeschädigungen den Spielplatz und das Spielhaus in der Siedlung Daheim hatte schließen müssen.

Die Räume des Spielhauses am Kirschbäumchen sind nach der Brandstiftung derzeit unbrauchbar. Foto: Ralf Roeger

„Nach dem Artikel über die Zerstörungswut im Spielhaus des Abenteuerspielplatzes Kirschbäumchen und der Bekanntgabe unserer Spendenkontonummer hat sich eine Welle der Hilfsbereitschaft aufgetan. Große und kleine Spenden sind überwiesen worden, um die zerstörten Geräte auf dem Spielplatz selbst und auch das Spielhaus sanieren zu können.“

Balsam für die Seele

Die Solidarität, die die Aachener mit dem Abenteuerspielplatz geübt hätten, sei Balsam für ihre Seele. Ganz besonders lobt Andrea Weyer die 54 Mädchen des Gymnasiums St. Ursula. „Die jungen Damen haben ganz spontan gesammelt und 474,39 Euro zusammengebracht, die sie mir am letzten Schultag vor den Osterferien zusammen mit ihrer Kursleiterin Judith Kemmann überreicht haben.“ Das Kuvert mit dem vielen Geld durfte der kleine Lennart Kemmann, der Sohn der Kursleiterin Andrea Weyer stolz in die Hand drücken.

Verantwortlich für den Vandalismus, der sich bis hin zu einem Einbruch mit vorsätzlicher Brandstiftung steigerte (wir berichteten), sind nach einer Mitteilung der Polizei von Dienstag vier Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 14 Jahren. Dabei handelt es sich nach Auskunft von Sandra Schmitz von der Polizeipressestelle tatsächlich um Jungs aus der näheren Umgebung des Abenteuerspielplatzes.

Dass hatte nämlich Andrea Weyer vermutet. „Alle Indizien deuten darauf hin“, hatte sie unmittelbar nach den Taten bereits den „Nachrichten“ gesagt. Und in der Tat ist die Polizei den vier Jungs nach Zeugenhinweisen aus der Umgebung des Abenteuerspielplatzes auf die Schliche gekommen, wie Sandra Schmitz bestätigt. „Es handelt sich um einen Zwölfjährigen, zwei 13-Jährige und einen 14-Jährigen.“ Drei von ihnen wohnten in der Nachbarschaft der Siedlung Daheim, der vierte Junge kommt zwar aus Kohlscheid, stamme aber ebenfalls aus dem Viertel im Aachener Nordosten, so Schmitz. „Alle haben in zurückliegender Zeit selbst das Angebot des Abenteuerspielplatzes genutzt.“

Auf den 14-Jährigen kommen nun Strafanzeigen wegen Sachbeschädigung, Einbruchdiebstahl und Brandstiftung zu, zählt Sandra Schmitz auf. Seine drei Mittäter seien aufgrund ihres jungen Alters noch strafunmündig, was sie allerdings nicht vor zivilrechtliche Ansprüche der Geschädigten schütze, erläutert die Polizeisprecherin weiter.

Schadensaufnahme läuft noch

Auf dem Abenteuerspielplatz und vor allem im Spielhaus, das durch die Brandstiftung in arge Mitleidenschaft gezogen worden ist, gehen derweil die Aufräumarbeiten weiter. „Das Gebäude mit komplett professionell gereinigt werden“, berichtet Andrea Weyer. Die Versicherung ist derzeit noch mit der Schadensaufnahme beschäftigt, über eine genaue Schadenshöhe oder etwa Auflagen durch die Versicherung in Form von Alarmanlagen oder ähnliches könne sie daher noch keine Angaben machen.

Allerdings hofft die Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes, dass Spielplatz und Spielhaus Ende April wieder geöffnet werden können. „Am Sonntag, 28. April, haben wir unser großes Frühlingsfest geplant. Ich hoffe, dass wir das schon wieder auf unserer Anlage feiern können“, sagt Andrea Weyer.

In der Zwischenzeit kann der Abenteuerspielplatz „Zum Kirschbäumchen“ übrigens durchaus besucht werden. „Allerdings nur nach Voranmeldung durch Gruppen die entsprechend beaufsichtigt werden“, schränkt Weyer ein. Anmeldungen sind unter Telefon 0241/949940 möglich.

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