Kinderparlament im Rathaus Aachen

Kinderrechte sind Thema im Kinderparlament : Kinder bringen die Vernunft nach vorne

„Kinder an die Macht!?“ Gerne. Denn Kinder haben etwas zu sagen und es lohnt sich, ihnen zuzuhören. Das beweist das Aachener Kinderparlament einmal im Jahr in beeindruckender Weise, am Donnerstag zum sechsten Mal.

Gut 80 Kinder aus 21 Grundschulen ziehen geordnet in den Ratssaal des Aachener Rathauses ein, stellen sich gegenseitig ihre Projekte zum Thema Kinderrechte vor und müssen sich auch nach einer Stunde nur sehr selten gegenseitig zur Ruhe ermahnen. Und egal, welche Präsentationsform die Kinder gewählt haben – ein dicker wertschätzender Applaus ist allen sicher.

Entstanden ist das Kinderparlament aus der 2013 ins Leben gerufenen „Kindersprechstunde mit dem Oberbürgermeister“. Es ist eine Kooperation der Grundschulen mit dem Kinderhilfswerk Unicef.

Aufmerksamer Zuhörer ist seit jeher Oberbürgermeister Marcel Philipp, der hier nach eigenem Bekunden in kurzer Zeit viel lernen kann. „Was Euch wichtig ist, ist Teil unserer Verwaltungsarbeit“, versicherte er. Ein Zebrastreifen am Forster Weg, der den Schulweg für die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Am Höfling sicherer machen soll, ist da eine sehr konkrete Anregung. Ebenso ein Container für mehr Platz in der Offenen Ganztagsschule an der Grundschule Beeckstraße oder das Aufstellen von Fahrradständern an allen Grundschulen.

Dokumentation selbst erstellt

Wie Streitschlichtung an den Schulen funktioniert, kann der OB jetzt auch nachlesen: Das Kinderparlament überreichte dem Stadtoberhaupt eine selbst erstellte Dokumentation. Außerdem wissen er und alle anderen Vertreter der anwesenden Grundschulen, dass sie bei der Grundschule Am Lousberg eine selbst konzipierte Rallye zum Thema Kinderrechte ausleihen können.

Viele Kinder beschäftigen sich auch mit der Einrichtung von Elternhaltestellen an ihren Schulen und sind sowohl bei der Ausgestaltung als auch bei der Überzeugung der eigenen Eltern und Mitschüler aktiv. „So kommen wir sicherer zur Schule, bekommen noch ein wenig frische Luft und vermeiden Umweltverschmutzung“, bestätigten die Abgeordneten der Grundschule Vaalserquartier. „Es ist gut, dass Ihr die Vernunft nach vorn bringt, sonst siegt am Ende immer die Bequemlichkeit – bei Kindern und Eltern“, lobte Philipp.

Viele Kinderrechtsgruppen und Schülervertretungen an den Schulen nehmen aber auch die Situation von Kindern auf der ganzen Welt in den Blick. Die Kinder der Grundschule Brander Feld waren zum Beispiel schon mehrfach beeindruckt von den Leistungen der jugendlichen Teilnehmer der Kinderkulturkarawane. Als einem Ausbildungszentrum das Aus drohte, sammelten sie mit einem Sponsorenlauf 8600 Euro und beteiligten sich so an dessen Rettung. „Denn Kinder haben ein Recht auf Bildung, auf Spaß und auf Bewegung!“

„Ich bin beeindruckt“

Oberbürgermeister Philipp meinte zu allen Spendenprojekten anerkennend: „Überall auf der Welt gelten die gleichen Rechte für Kinder, allerdings werden sie nicht überall gleich gut umgesetzt. Auch da müssen wir hingucken. Ich bin beeindruckt, dass Ihr aktiv seid, wenn nicht nur Eure eigenen, sondern auch die Rechte anderer Kinder auf der Welt bedroht sind.“

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