Aachen: Kinder von „St. Nikolaus“ brauchen Hilfe

Aachen: Kinder von „St. Nikolaus“ brauchen Hilfe

„Die Kinder kommen aus Verhältnissen, die unter aller Würde sind. Ihre Eltern sind völlig überfordert, sie saufen oder hängen an der Nadel, haben keine Arbeit, Gewalt ist in den Familien an der Tagesordnung“, beschreibt Schwester Maria Ursula die Situation.

Sie ist bei der Sibirienhilfe der Armen-Schwestern vom heiligen Franziskus (Schervierschwestern) zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit.

Die Sibirienhilfe ist dringend auf Geld angewiesen. Denn in Nowosibirsk sind 40 Kinder im Kinderhaus „St. Nikolaus“ untergebracht, die dringend der Hilfe bedürfen. Das Kinderheim, „ein Sozialwaisenhaus“, wie es die resolute Nonne nennt, die selbst einige Jahre in Westsibirien zubrachte, um dort die Caritas mit aufzubauen, ist ein Vorzeigehaus. „Bei uns werden die Kinder gefördert, sie werden auf ein menschenwürdiges Leben vorbereit, sie erfahren endlich menschliche Wärme nach dem großen Elend, das sie seit dem Kleinkindalter erlebt haben“, unterstreicht die Ordensfrau.

Mittlerweile unterstützen die Stadt Nowosibirsk und die Region das Vorzeigehaus. 51 Prozent der Kosten trägt die sibirirische Millionen-Kommune. Allerdings, die polnischen Elisabeth-Schwestern, die das Haus leiten, müssen sehen, woher sie die restlichen 49 Prozent bekommen. Die von den Schervierschwestern aufgebaute Caritas in einem der flächenmäßig größten Bistümer der Welt, die unter anderem auch für das St.-Nikolaus-Waisenhaus zuständig ist, hat selbst kaum genug Geld, um der Verelendung vieler Menschen in der ehemaligen Sowjetunion Herr zu werden. Zumal die Katholiken in Russland eine verschwindend geringe Minderheit sind.

Also sandte Schwester Maria Elisabeth Jakubowitz, ebenfalls eine Ordensfrau der Schervierschwestern und zurzeit Direktorin der westsibirischen Caritas, einen Brandbrief nach Aachen. „Bitte helft“, fleht sie die Aachener an. Denn ohne die Unterstützung aus Aachen könnte die Caritas in dem riesigen Bistum nicht so effizient helfen. Immerhin unterhält sie dort zehn Kinderzentren, das Kinderheim St. Nikolaus und zwei Schulen für emotional traumatisierte und benachteiligte Kinder.

In acht Familienzentren und drei Mutter-Kind-Heimen wird Schwangeren, alleinerziehenden Müttern und Familien in Krisensituationen unter die Arme gegriffen. Dazu kommen zwei Zentren zur Frühförderung und Frühdiagnose, in denen Familien mit behinderten Kindern bei der ganzheitlichen Förderung ihres Nachwuchses und beim Schutz ihrer Rechte geholfen wird. Rund 200 Mitarbeiter engagieren sich haupt- oder nebenberuflich, dazu kommen noch die 300 ehrenamtlich Tätigen, ohne die das System nicht funktionieren würde.

Wie sehr die Kinder auf Hilfe bauen, macht ein Brief deutlich, den sie nach Aachen geschickt haben. Darin erzählen Nasstja, Svieta und Jegor, wie sehr sie sich auf den 6. Dezember freuen. Denn an diesem Tag wird groß gefeiert. Der Namenspatron Nikolaus ist für die Kinder des Waisenhauses sehr wichtig. Die Drei erzählen in ihrem Brief vom Basteln der Geschenke und vom Plätzchenbacken. Manche Kinder proben schon seit Wochen für eine kleine Theateraufführung. „Die Bremer Stadtmusikanten werden gegeben“, erklärt Schwester Maria Ursula. „Wir lieben es, gemeinsam zu tanzen und zu singen“, schreiben die Kinder weiter und erzählen auch davon, dass es selbstverständlich für sie ist, mit anzupacken, beim Kochen zu helfen und auch die Zimmer aufzuräumen. Und weil sie’s so gut gemacht haben, haben ihre Erzieher ihnen kürzlich den Titel „Super-Hausfrau“ gegeben.

Wer nun spenden will, kann dies aufs Konto Nr. 1030101010, BLZ. 37060193, Pax Bank Aachen, tun.