Aachen: Kinder fordern Erhalt der Schulsozialarbeit

Aachen : Kinder fordern Erhalt der Schulsozialarbeit

Dieses Argument ist in der ganzen Diskussion noch nicht vorgebracht worden. „Kaiser Karl wäre bestimmt einverstanden gewesen mit Extra-Lehrern und Schulsozialarbeitern.“ Unter anderem mit dieser Begründung kämpfen gut 200 Kinder der Grundschule Am Lousberg dafür, dass ihre Schulsozialarbeiterin auf Dauer an der Schule arbeiten darf.

Denn Regina Moog ist eine von jenen Schulsozialarbeiterinnen und -sozialarbeitern, die derzeit lediglich mit einem befristeten Vertrag in Aachen im Einsatz sind.

Unter dem Motto „Schulsozialarbeit muss bleiben. Dauerhaft.“ gibt es am heutigen Mittwoch in vielen NRW-Kommunen Aktionen zum Erhalt der Schulsozialarbeit. Bereits am Dienstag ergriff die ganze Schulgemeinschaft von der Saarstraße die Initiative. Morgens um acht stand eine kleine Kinder-Delegation schon im Rathaus und sprach bei Oberbürgermeister Marcel Philipp vor. Die Kinder überreichten zusammen mit Schulleiterin Britta Slupina-Kasties und OGS-Koordinatorin Karin Wetter dem OB eine Petition mit den Unterschriften aller Kinder.

Natürlich liegt den Kindern vom Lousberg „ihre“ Regina Moog am Herzen. Mit der Aktion setze sich die Schule aber auch für all die anderen Schulsozialarbeiter an den Aachener Schulen ein, deren Jobs nicht gesichert sind, betonte die Rektorin.

Aus Bundesmitteln des Bildungs- und Teilhabepakets konnten auch in Aachen überplanmäßig 18 Vollzeitstellen in der Schulsozialarbeit eingerichtet werden. Profitiert haben davon vor allem die Grundschulen. Auf vielen Ebenen laufen seit Monaten Bemühungen, die Schulsozialarbeit auch über die zweijährige Bundesfinanzierung hinaus zu erhalten. Gestritten wird — wie immer — um die Frage, wer künftig zahlt. Da in Aachen etliche der Stellen erst mit Verzögerung besetzt wurden, können die Mittel zumindest gestreckt werden. Auch die Schulsozialarbeiterin an der Saarstraße bleibt bis zum Sommer 2105. „Mindestens noch ein Jahr bin ich bei Euch“, versprach Moog den Kindern.

Den Schulen ist aber auch über den ursprünglichen Finanzierungszeitraum hinaus an Nachhaltigkeit gelegen. „Unsere Schulsozialarbeiterin ist wichtig für die Schulgemeinschaft“, betont Slupina-Kasties. „Sie ist in die Arbeit am Vormittag und auch in der Offenen Ganztagsschule eingebunden. Sie ist Teil eines Netzwerks zum Wohl der Kinder.“

Die Kinder formulierten ihre Wertschätzung bei einer kleinen Demonstration auf dem Schulhof in ihren Worten. „Sie ist immer nett, und sie hört uns immer zu. Wir möchten, dass sie für immer hierbleibt.“ Für ihren Ausflug ins Rathaus hatten die Abgesandten der Schule auch Kaiser Karl eingepackt. Eine große Karls-Büste, die die OGS-Kinder in den Osterferien gebastelt hatten, rollte im Bollerwagen Richtung OB-Büro. „Eine gute Schulausbildung ist das halbe Leben“, trugen die Kinder vor, „das wusste schon Kaiser Karl“.

Mit ihrem Empfang im Rathaus waren die Kinder und ihre Erwachsenen Begleiter sehr zufrieden. „Der Oberbürgermeister findet auch, dass die Schulsozialarbeiten bleiben muss“, bilanzierte Britta Slupina-Kasties. „Die Frage ist nur: Wer bezahlt?“

Eine Finanzierungszusage konnte der OB seinen jungen Gästen nicht mit auf den Heimweg geben. Als Hausherr nahm Philipp sich aber die Zeit, seine Besucher kurz durch die feinen Räume im Rathaus zu führen.

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