Kimiko-Festival lockt rund 8000 Besucher an

Festival-Feeling am Forum : Grandiose Klänge unterm tanzenden Clown

So eine Aussicht wird dem Ballerina-Clown am Ludwig Forum wohl selten geboten: Von hoch oben hatte er am Wochenende den besten Blick auf das bunte Treiben im Park und am Museum. Das Kimiko-Festival lockte auch diesmal wieder eine Vielzahl von Besuchern an die Jülicher Straße – rund 8000 wurden am Ende insgesamt gezählt – und bot bei bestem Wetter für jeden Geschmack etwas.

Trettmann stand dabei ganz hoch im Kurs. Dicht an dicht standen die Zuschauer, als er am Samstagabend seine Show begann. „Das war richtig cool“, schwärmten Lilli und Denise vom Sommer-Cocktail-Stand gleich nebenan. „Das war richtig alter HipHop mit Texten, die noch Hand und Fuß haben“, meinten sie. Auch Franziska Hämmerich zählt zu den Fans des 45-jährigen Musikers aus Ostdeutschland. Für sein Konzert war sie eigens aus Köln angereist und hatte ihre Freundin Lea Habitz gleich mitgebracht.

Und das Ambiente beim Kimiko überzeugte beide gleichermaßen: Vier Bühnen boten verstreut rund ums Forum jede Menge Acts und Unterhaltung. Und während oben vor der Hauptbühne im Park absolute Entspannung angesagt war, tanzten unten vor der Museumsbühne die Besucher zum Sound der Quicksteps. Saxofonist Marc Radermacher hatte kurz zuvor auf der Talentbühne Nick Takvorian unterstützt, und war einfach nur begeistert von dem besonderen Ambiente des Festivals. „Gemütlich, familiär, Super-Location“, schwärmte er ebenso wie alle anderen Besucher.

Jan-Luca Delnui und Laura Meyer zum Beispiel hatten es sich auf der Wiese vor der Parkbühne bequem gemacht und ließen sich im Einklang mit der Musik der Germain Sisters treiben. Beide fühlten sich sichtlich wohl, obwohl Jan-Luca mit gewisser Sorge auf das Trettmann-Konzert am Abend blickte. „Das ist nicht so ganz meine Musik“, sagte er und fürchtete, dass es dort möglicherweise etwas rabiater zugehen könnte. Sicher wird er angenehm überrascht gewesen sein: Denn die Reaktionen auf das Konzert waren im Anschluss durchweg positiv.

Rasanter Ska im Schatten des „Ballerina-Clowns“: The Quicksteps begeisterten mit einem Sound, der sogleich in die Beine ging. Foto: Heike Lachmann

Das Schöne an dem Festival war eben auch, dass für jeden etwas Passendes dabei war, meinten die Besucher. Und auch DJ Tim Montag, alias Krach, freute sich gemeinsam mit dem Hochschulradio an der Electrostage über regen Andrang. „Wir wollen unsere Besucher in eine andere Welt abseits des Festivals versetzen“, erzählte sein Kollege Tobias Schäfer. Auf dem Boden lagenTeppiche, in den Bäumen schwebten große Ballons wie Planeten im All, und ein silbernes Boot schipperte mit einem Fährmann aus silbernen Glassplittern durch goldene Sphären. Die Deko lud ein, einen Moment innezuhalten und zu chillen. Mehr als einer bedauerte, dass „Krach“ Pause machen musste, als Trettmann abends spielte.

Nachhaltigkeit ist für den DJ und das Hochschulradio übrigens ein ganz wichtiges Stichwort. Und so hatte die gesamte Deko auch mit dem Thema Recycling und Upcycling zu tun. Die Festivalbesucher wussten solche Ansätze zu schätzen. Darüber konnte sich auch Madame Rajada freuen, die erstmals Speisen und Produkte anbot, die vor allem der Nachhaltigkeit genügen sollen. Sie kocht vegan oder „tierleidfrei“, wie sie es selber nennt. Und das kam so gut an, dass am Samstagabend die Schlange vor ihrem Stand immer länger wurde. Sogar das Besteck und die Teller, die sie ausgibt, sind kompostierbar.

Cool, aber nicht unnahbar: HipHop-Star Trettmann verzückte die Massen am Samstagabend beim Kimiko-Festival. Foto: Heike Lachmann

Und während auf den Bühnen gerockt und gesungen wird, frohlocken auch die Kunstexperten im Ludwig Forum über viele Besucher. Immerhin war der Eintritt dort während des Festivals frei, und Museumsführerin Kathrin Philipp-Jeiter freute sich vor allem darüber, dass so auch einmal zahlreiche sehr junge Leute zu den Führungen ins Museum kamen. „Und die sind zum Teil sehr interessiert“, sagte sie. Fazit: Schöner als beim Kimiko-Festival kann ein „Crossover“-Erlebnis wohl kaum ausfallen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Zahlreiche Zuschauer und beste Stimmung

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