Aachen: Kettensäge, Kettenkarussell, Kinderspaß: Die Fahrgeschäfte im Test

Aachen: Kettensäge, Kettenkarussell, Kinderspaß: Die Fahrgeschäfte im Test

Panik ist es nun nicht gerade, die in mir aufsteigt, als ich die Geisterbahn mit „lebenden Hauptdarstellern“ auf dem Öcher Sommerbend betrete. Eher freudig gespannt bin ich angesichts all der gruseligen Gestalten, die mir im „Panic Room“ in den nächsten Minuten begegnen sollen. Dieser Eindruck bestätigt sich, als ich auf dem Bett des Exorzisten sitze.

Auch der Schritt ins Gefängnis lässt das Lächeln auf meinen Lippen noch nicht gefrieren. Doch dann kommt von hinten ein Angriff mit der Kettensäge — da ist Rennen angesagt. Denn nicht nur die Masken lehren das Fürchten, sondern vor allem der täuschend echte Benzingeruch und die Vibration der Ketten. Auch die Badewanne voller blutiger Leichenteile und ein Regal mit ebensolchen sind ganz schön schaurig.

Nach rund fünf Minuten suchen ich und die anderen Besucher schnell das Weite. Doch der Kettensägenmensch verfolgt uns noch bis zum Ausgang. Genau solch unterhaltsame Gruselmomente erwartet man von einem modernen Gruselkabinett. Übrigens: Einen echten Vorteil bieten solche Indoor-Fahrgeschäfte, wenn das Öcher Wetter einmal wieder zuschlagen sollte. Zwischen den Geistern und Exorzisten ist man bei Regen gut aufgehoben. Und wer sich gar zu sehr gruselt, hat im „Panic Room“ eine gute Gelegenheit beim Liebsten eine Schulter zum Anlehnen zu suchen.

Bei meinem Rundgang über den Bend habe ich drei Kategorien von Fahrgeschäften getestet: Bei schlechtem Wetter geeignete Attraktionen wie die Geisterbahn, echte Klassiker und familientaugliche Fahrgeschäfte.

Natürlich darf zwischendurch eine kleine Stärkung nicht fehlen und leckere Reibekuchen gehören zum Bummel über den Bend nun einmal dazu. Dabei lohnen sich die zehn Minuten Wartezeit, wenn mal wieder großer Ansturm ist. Denn dann sind die Reibekuchen richtig frisch. An Rolf Lentzens Karussell-Bar gibt es dazu ein kühles Getränk. Dieser Tresen ist mit Sicherheit der traditionsreichste auf dem Bend und seit rund 25 Jahren ein kultiger Treffpunkt. Und schon kann‘s weitergehen.

Die Kategorie „Klassiker“ enthält für Jung und Alt beliebte Attraktionen, die nostalgische Erinnerungen wecken und auf keiner Kirmes fehlen dürfen: Riesenrad und Autoscooter, Raupenbahn und Kettenkarussell. Letzteres, auch bekannt als „Wellenflieger“, habe ich einmal genauer unter die Lupe genommen.

48 Personen können hier mitfliegen. Für frisch Verliebte gibt es sogenannte „Pärchensitze“ wie im Kino. Neu sind auch gegenüberliegende Sitze, so dass man sich hoch im Himmel über Aachen gegenseitig fotografieren kann — ein lustiger Spaß. Mein Tipp: Sommerliche Sandalen und Handtäschchen sollte man lieber dem freundlichen Personal zur Aufbewahrung geben, damit nichts verloren geht.

Drehungen um drei Achsen

Laute Techno-Musik, Nebel und ein lange Warteschlangen: Der „Sky-Trip“, der seine Fahrgäste in 25 Metern Höhe mit Drehungen um drei Achsen durch die Luft wirbelt, ist die Sensation auf dem Sommerbend. Ständig stehen hier viele Schaulustige und schauen dem Spektakel zu. Mir ist der Himmels-Trip eine Spur zu rasant. Beliebter Treffpunkt der Jugend ist der „Breakdancer“, eines der schnellsten Rundfahrgeschäfte. Aber keine Panik — so mutig man hier sein muss, die Geister mit der Kettensäge kommen hier wenigstens nicht um die Ecke.

Kindgerechte Fahrgeschäfte wie die Raupenbahn „Willi der Wurm“ runden das Angebot für Familien ab. Die kleine, aber feine Achterbahn amüsiert nicht nur die Kinder bei der Fahrt durch die blumengeschmückte Welt von Wurm Willi, auch den Erwachsenen macht es Freude zuzusehen. Keine Frage, beim Bummel über den Bend ist zwischen herzhaften Reibekuchen und süßer Zuckerwatte, schneller Achterbahn und nostalgischem Karussell wirklich für jeden etwas dabei.