Aachen: Ketteln, Kaffee, Kennenlernen: Das Nähcafé der AWO

Aachen : Ketteln, Kaffee, Kennenlernen: Das Nähcafé der AWO

„Hier fühle ich mich wie in einer eine Familie“, erzählt Shoucha Arif. Die Irakerin nimmt seit sieben Monaten am Nähcafé im AWO Begegnungszentren Nord teil. „Zwei Mal in der Woche nutze ich die Angebote der AWO. Das hat mir Kontakte ermöglicht“, erzählt sie. Gemeinsam mit anderen Teilnehmerinnen erledigt sie kleine Reparaturen. Oder es werden neue Kleidungsstücke entworfen und genäht.

„Einfädeln, Zuschneiden, Ketteln, Zusammennähen und vieles mehr ist bei uns möglich. Wir freuen uns, dass wir jetzt neue Nähmaschinen anschaffen können“, erzählt Angelika Röder, die mit Tiana Muratovski die ehrenamtliche Leitung des Angebots am Donnerstagnachmittag von 13 bis 16 Uhr an der Joseph-von-Görres-Straße 19 übernimmt. Natürlich wird auch Kaffee getrunken. Dazu backen die Frauen reihum Kuchen nach Rezepten aus ihren Heimatländern. „Dabei kommen wir ins Gespräch. Es wird immer vertrauter“, erzählt Röder.

Bei einer Tasse Kaffee oder dem Kürzen einer Hose lerne man automatisch voneinander. „Es geht dabei nicht nur um die Kultur des anderen. Natürlich verbessern sich auch die Sprachkenntnisse“, betont Röder. Das Nähcafé ist ein Teil der Interkulturellen Kreativcafés der AWO, die das Miteinander vor Ort stärken möchte. Auch ein Malcafé und „Filzen“ als ganz neues Angebot gibt es im Nordviertel. Montags von 11 bis 13 Uhr treffen sich Interessierte zum Kochen.

„Und in der AWO Aachen Ost an der Schleswigstraße 10-16 haben wir seit Januar ganz neu ein Musikangebot“, sagt Daniela Bejan, Koordinatorin der AWO Begegnungszentren Ost und Nord. Jeden Dienstag von 19 bis 21 Uhr würden sich hier Migranten treffen, die Instrumente aus der Heimat mitbringen und Lieder übersetzen. „Es geht um das Miteinader und die Beziehungen, die dabei wachsen“, betont Koordinatorin Stephanie Omer-Eilts. Das unterstreicht Shoucha Arif aus der AWO Nord: „Für mich sind die gemeinsamen Nachmittage wie ein Geschenk.“

Integration und Partizipation

„Das alles passt perfekt in unser Konzept von Integration und Partizipation“, betont der Geschäftsführer vom Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Aachen-Stadt Özgür Kalkan. Das Projekt, das die interkulturelle Begegnung durch kreative Angebote ermöglichen und fördern will, wird mit großer Begeisterung angenommen. „Das Miteinander steht dabei im Vordergrund und wir haben oft sehr viel Spaß dabei“, betont Röder.

„In der Haarener AWO veranstalten wir alle zwei Monate einen Filmabend“, erzählt Angelika Weinkauf. Die Premiere zum Thema „Flucht und Migration“ sei mit 35 Besuchern und einer lebhaften anschließenden Diskussion ein großer Erfolg gewesen. „Das ermutigt uns weiter aktiv zu werden und Raum für Begegnung zu schaffen“, betont Weinkauf. Am 21. März um 18 Uhr gibt es einen weiteren Filmabend mit anschließendem Gespräch in der AWO Haaren an der Alt-Haarener Straße 133-135.

Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium des Innern. Es findet statt in Kooperation mit Eurotürk, der Werkstatt der Kulturen der Diakonie und dem Deutschen Kinderschutzbund. Informationen zu den einzelnen Angeboten erteilt unter anderem die Koordinatorin Stephanie Omer-Eilts unter Telefon 0178/6801930.

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