Kerzen vom Tivoli-Weihnachtssingen in Aachen werden wiederverwertet

Tivoli-Weihnachtssingen : Diese Kerzen kriegen ein zweites Leben

Der Kreis der Akteure rund ums beliebte Weihnachtssingen auf dem Tivoli wird größer: Jetzt mischen auch Studierende, die sich für Enactus engagieren, mit. Die Kerzenstummel sollen nun erstmals wiederverwertet werden – für die Umwelt und den guten Zweck.

Bereits jetzt, knapp zwölf Wochen vor dem Fest, haben rund 8000 Aachenerinnen und Aachener zugegriffen und sich einen Platz beim diesjährigen Öcher Weihnachtssingen auf dem Tivoli reserviert. Diese Zahl lässt beim kommenden Sing-Event, das am Sonntag, 22. Dezember, im Stadion an der Krefelder Straße stattfindet, auf eine ähnlich ergreifende Kulisse hoffen, wie sie es zuletzt 2018 war. Im vergangenen Jahr kamen rund 25.000 Menschen zum Feiern und Singen.

Angesichts der aktuell in allen Lebensbereichen aufflammenden Klimadiskussionen gibt es für das diesjährige Zusammentreffen Neues zu berichten. Die RWTH-Studierenden-Initiative Enactus, am Mittwoch am Tivoli vertreten durch Karen Schütz und Sophia Szendy, macht sich stark für eine Aktion, bei der nach dem Weihnachtssingen die abgebrannten Kerzenstummel mit ihrer Halterung nicht einfach in den Müll wandern, sondern zunächst in dann eigens aufgestellten Sammelcontainern aufgefangen werden. Später sollen die Wachsreste eingeschmolzen und zu neuen Kerzen verarbeitet werden – um irgendwann wieder hell zu erstrahlen.

Kirchen beteiligen sich

Mit von der Partie bei dieser Idee ist ebenso die Alemannia Fan-AG, vertreten durch Thomas Wenge, wie auch die Kirchen mit dem evangelischen Pfarrer Hans Christian Johnson und ebenso die für das Eurogress verantwortlich zeichnende Linda Weingarten als Projektleiterin Tivoli.

Das von den Studierenden angestoßene Projekt „Second Light“ sammelt heute schon fleißig, erklärt Karen Schütz in dem Pressegespräch. Die Studierenden bekommen ihre Kerzenreste in Restaurants, aus Privathaushalten und aus anderen Geschäftsbereichen. „Sie werden bei einer Behindertenwerkstatt der Caritas in Monschau nach Farben sortiert und dann eingeschmolzen“, erläutert Schütz das Vorgehen. Dann werden neue Kerzen gezogen, die beispielsweise in Aachen im Einzelhandel, hier vor allem bei „Monsieur Daniel“ und dem Laden „Unverpacktes Glück“, wieder zum Kauf angeboten werden. In diesem Kerzenkreislauf sehen die Studierenden ein gutes Beispiel für ein gelungenes Recycling.

Nachfrage außergewöhnlich gut

Die Kerzen werden beim Weihnachtssingen gemeinsam mit dem Liederheft den Besuchern zu Beginn der Veranstaltung ausgehändigt. Linda Weingarten weist darauf hin, dass die Nachfrage sogar für den Businessbereich bereits außergewöhnlich gut sei. Die Reservierungsgebühr, die das Eurogress erneut erhebt, liegt in diesem Jahr zwischen drei und 20 Euro. Die Karten sind unter anderem an den Vorverkaufsstellen des Medienhauses Aachen zu bekommen.

Für Pfarrer Johnson ist das weihnachtliche Singen ab 18 Uhr am 22. Dezember mit diversen Chören und einem eigenen Vorprogramm ab 17 Uhr „ein sehr schönes Format“, das gerade im Zusammenschluss von Tausenden von Menschen geeignet sei, ein besonderes „Gemeinschaftsgefühl“ kurz vor dem Fest herbeizuführen.

Da stimmte der Vertreter der Fan-IG unumwunden zu: „Das gilt bei diesem Singen genauso wie für die Fans der Alemannia beim Fußballspiel. Man sucht eben die Gemeinschaft“, erklärt Thomas Wenge. Da sei es umso besser, dass sich inzwischen auch der Verein, der TSV, wieder an dem Sing-Event beteilige. Sprecher Siegbert Gossen bekräftigt, dass sich auch die Stadt bemüht habe, den Veranstaltern „den Tivoli zu einem guten Preis“ zu überlassen, schließlich sei Oberbürgermeister Marcel Philipp der Schirmherr des Projektes Weihnachtssingen auf den Tivoli.

Als Mitwirkende werden wieder der Instrumentalverein Richterich sowie ein Gospel-Chor auftreten, unabdingbar auch „The Voice“ Jupp Ebert, und die „Öcher Trommler“ stimmen aus den Rängen herauf die klassischen Fan-Gesänge an.

Weitere Informationen gibt es im Internet auf der Homepage des Weihnachtssingens. Die Aachener Studierenden haben für ihre Enactus-Projekte eine Facebookseite eingerichtet.

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