Aachen: Keiner will so richtig raus am Katschhof

Aachen: Keiner will so richtig raus am Katschhof

Wie immer (in Aachen) steckt der Teufel im Detail: Das Verwaltungsgebäude Katschhof soll demnächst mit großem Aufwand saniert und zur zentralen Anlaufstelle der Route Charlemagne umgebaut werden, doch vorher müssen die diversen Nutzer des 60er-Jahre-Klotzes ausgelagert werden.

Betroffen sind unter anderem der Bürgerservice, die Fraktionen, das Dezernat II (Finanzen und Wirtschaft) und andere Dienststellen der Verwaltung. Das Problem ist, „dass keiner da hin will, wo er hin soll”, wie am Mittwoch an höherer Stelle der Stadtverwaltung geseufzt wurde.

Fakt ist, dass alle Umzügler auch für die Dauer der Umbauarbeiten an einem Standort in der Innenstadt bleiben und nicht in irgendwelche Randbereiche ausweichen wollen. Wozu offensichtlich schon das Gesundheitsamt und das Hochhaus am Bahnhof gehören.

Seit Monaten sind die zuständigen Planer auf der Suche nach geeigneten Ersatzquartieren, treffen mit ihren Vorschlägen aber offensichtlich nicht die Stimmungslage der Kollegen am Katschhof.

Schreiben an den OB

So waren für die Fraktionen Unterkünfte in der Großkölnstraße, im/am Bushof oder an der Habsburgerallee im Gespräch beziehungsweise vorgeschlagen worden, doch eine Entscheidung konnte bis dato nicht herbeigeführt werden - überall gab es Steine des Anstoßes.

Auch im Dezernat II soll man alles andere als begeistert sein, die Koffer für einen Umzug in Richtung Gesundheitsamt packen zu müssen (dessen jetzige Nutzer in die Aachen-Arkaden nach Rothe Erde sollen).

Den größten Wirbel verursacht allerdings die ebenfalls notwendige Verlagerung des Bürgerservice, den pro Jahr um die 70.000 Aachener aufsuchen. Der Personalrat verschickte am Mittwoch ein Schreiben an den OB und die Rathausparteien, in dem er einen „Verdacht” äußert: dass nämlich die publikumsintensive Info- und Beratungseinrichtung ganz aus dem Zentrum verschwinden und dauerhaft in das Einwohnermeldeamt im Hochhaus am Bahnhof integriert werden soll.

Nach Informationen des Personalrats soll der Bürgerservice während der Bauerei im Katschhof-Gebäude auf jeden Fall zum Bahnhof, was auch schon gegen die Absprachen sei.

Zu befürchten sei aber, dass dieses Provisorium zum Dauerzustand werde, was schon aus rein praktischen Erwägungen nicht gut sei: Jetzt bereits würden am Bahnhof 98.000 Besucher pro Jahr betreut, lange Wartezeiten inklusive - wie werde das erst mit 70.000 weiteren Personen, die dort vorsprechen?

Stadtpressesprecher Hans Poth erklärte, die Sorgen des Personalrats seien vollkommen unbegründet: Noch sei nicht einmal entschieden, ob es überhaupt ins Hochhaus gehe, und eine Rückkehr an den Katschhof, von wo auch immer, stehe nicht ansatzweise in Frage.

Auch in Zukunft werde der ganz bürgernahe Teil der Verwaltung an zwei verschiedenen Standorten untergebracht sein.

Nach Stand der Dinge soll mit dem Umbau des Verwaltungsgebäudes Katschhof zu Beginn des nächsten Jahres begonnen werden. Dem Bürgerservice ist ein repräsentativer Gebäudeteil an der Rückfront zugewiesen, mit separatem Eingang und mehr Platz als bisher.