Aachen: Keine kleinen Brötchen backen: Traditionsbäckerei Moss umgezogen

Aachen: Keine kleinen Brötchen backen: Traditionsbäckerei Moss umgezogen

Wenn man mit Hans-Bernd Schwienhorst durch die Produktionshalle der Bäckerei Moss geht, dann merkt man, dass er mächtig stolz ist. Die neue „Handwerksbäckerei” des Aachener Traditionsunternehmens bietet eine Menge Raum für die Gerätschaften und die Mitarbeiter.

Die neue Betriebsstätte an der Kellershausstraße in Eilendorf ist seit gut fünf Wochen fertig. Und Geschäftsführungsmitglied Schwienhorts ist zufrieden: „Die Rädchen greifen schon ineinander. Unsere Kunden haben kaum gemerkt, dass wir umgezogen sind.”

Die neue Backstätte wurde von der Geschäftsleitung und den Mitarbeitern sehnsüchtig erwartet. Denn die alte Halle an der Lukas-straße wurde schlicht zu klein. „Wir sind in den letzten Jahren stetig gewachsen. Durch die Erweiterungsschritte war in der alten Halle kein Platz mehr”, erklärt Schwienhorst. In der Lukasstraße produzierte man jede Nacht 60.000 Brötchen, 6000 Brote und 6000 Gebäckstücke auf einer Fläche von gerade mal 1950 Quadratmetern.

Nun stehen fast 5400 Quadratmeter zur Verfügung. Mit 80 Metern ist die neue Halle genauso lang, wie die alte. Dafür ist sie dreimal breiter. Das macht die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter wesentlich angenehmer. Zudem ist dadurch auch effizienteres Backen möglich. „Wir haben unterschiedliche Prozessabläufe optimiert”, sagt Schwienhorst.

Beim Rundgang durch die Halle ist es überraschend kühl. Die Räume sind auf 20 Grad Celsius temperiert. Diese Temperierung gelingt mit geringem Energieaufwand: „Wir nutzen die Effekte der Thermik. Die warme, nach oben aufsteigende Luft setzt eine Luftzirkulation in Gang. Gemeinsam mit der automatisch regulierenden Klimafassade sorgt sie dafür, dass immer frische Luft in das Gebäude kommt”, sagt Schwienhorst. Als der Geschäftsführer dann einen der Backöfen öffnet, wird es warm. Allerdings nur gleich neben der Ofentür.

In 20 Backöfen werden die Brote und Brötchen nachts gebacken. Und das unterscheidet die Handwerksbäckerei von der industriellen Brotproduktion. „Das sind ganz normale Backöfen, wie sie auch in kleinen Handwerksbetrieben stehen. Die Brote werden auf Steinplatten gebacken. Wir haben davon nur mehr nebeneinander, als ein kleiner Bäckereibetrieb”, erklärt Schwienhorst. Zudem würden in der industriellen Produktion meist nur wenige Brotsorten gebacken, die aber in hoher Stückzahl. Dagegen werden im großen Handwerksbetrieb viele unterschiedliche Backwaren produziert. „Unser Sortiment ist sehr vielschichtig. Wir haben ungefähr 100 tagesfrische Artikel, die wir alle parallel herstellen”, erklärt Schwienhorst

Gleich neben den großen Öfen, sieht man unzählige orange Plastikkörbe, in denen die Backwaren zu den Filialen gefahren werden. 36 Filialen hat das Unternehmen. Und jede wird früh morgens beliefert. Die nördlichste ist in Jülich, die südlichste in Simmerath. Rund 80.000 Backwaren verlassen die Bäckerei in den frühen Morgenstunden. „Dann ist hier mächtig was los”, sagt Schwienhorst.

Zur offiziellen Eröffnung der neuen Handwerksbäckerei würdigte Oberbürgermeister Marcel Philipp die Investition in den Standort Aachen. Während der einjährigen Bauphase hat das Unternehmen knapp neun Millionen Euro investiert. Philipp stellte zudem die Bedeutung des Unternehmens für die Region heraus. Insgesamt beschäftigt „Moss” 600 Mitarbeiter. Allein im vergangenen Jahr sind 20 neue Mitarbeiter dazu gekommen.

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