Aachen: Keine große Verwüstung durch „Friederike“ in Aachen

Aachen : Keine große Verwüstung durch „Friederike“ in Aachen

Wochenmärkte abgesagt, Schulen geschlossen, Bahnverkehr eingestellt und Rettungskräfte, die von Einsatz zu Einsatz eilen — Sturmtief „Friederike“ hat am Donnerstag nicht nur Bäume umgepustet und Müllverwehungen angehäuft, sondern auch den Tagesablauf vieler Aachener gehörig durcheinandergewirbelt, vor allem den von Schulkindern und ihren Eltern.

Am frühen Nachmittag war der Spuk größtenteils wieder vorbei.

Zunächst die positive Meldung: In Aachen ist am Donnerstag niemand wegen des Sturms zu Schaden gekommen. Nicht zu körperlichem Schaden zumindest, denn nach der windigen Randale von „Friederike“ waren Sachschäden — das zeichnete sich bereits früh ab — nicht zu vermeiden. Zwischen 7 und 8 Uhr am Morgen sei es mit sturmbedingten Einsätzen losgegangen, erklärte Rita Klösges vom städtischen Presseamt. Ab diesem Zeitpunkt waren freiwillige Feuerwehren, die Berufsfeuerwehr, Polizei und Mitarbeiter des Ordnungs-, des Forstamts sowie des Stadtbetriebs im Dauereinsatz — zeitweise insgesamt rund 250 Kräfte.

Sie bekamen es mit Einsätzen wie „Am Kleebach“ in Eilendorf zu tun, wo ein Baum auf ein geparktes Auto stürzte. Um kurz nach 11 Uhr kam der Verkehr auf einer der Hauptverkehrsstraßen zum Erliegen: auch dort war ein großer Baum umgestürzt, der die Fahrbahnen blockierte. Herannahende Autos konnten rechtzeitig bremsen, allerdings dauerte die Vollsperrung der vierspurigen Straße einige Stunden und sorgte damit für erhebliche Verkehrsbehinderungen.

Ebenso wie ein Einsatz an der Wilhelmstraße, wo ein Baum drohte, auf ein Haus zu kippen. Mitarbeiter der Stadt mussten den Baum Stück für Stück auseinandersägen, um die Gefahr zu beseitigen. Die Wilhelmstraße musste deshalb zeitweise voll, zeitweise nur in Richtung Innenstadt für den Verkehr gesperrt werden.

Müllabfuhr stellt Arbeit ein

Ebenfalls im Laufe des Vormittags hatte der Aachener Stadtbetrieb die Arbeit in den Außenbezirken eingestellt, sukzessive auch die Müllabfuhr, nachdem zuvor die Wochenmärkte vor dem Rathaus und in Eilendorf auf dem Severinusplatz abgeblasen worden waren. Die gestern nicht mehr geleerten Mülltonnen sollen heute, spätestens am morgigen Samstag abgeholt werden. Die Stadt wollte außerdem gestern um 15 Uhr eigentlich ihre 2017 ausgeschiedenen Mitarbeiter mit einem Empfang im Weißen Saal verabschieden.

„Aufgrund der Sturmwarnungen [...] und der damit verbundenen Sicherheitsaspekte“ müsse der Termin jedoch abgesagt werden, teilte die Verwaltung in einer Pressemeldung mit. Auch die offizielle Eröffnung der Jugendbibliothek „youth factory“ in der Stadtbibliothek wurde auf Eis gelegt. Sie soll zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

Kritik von Eltern

Die Stadt hatte wegen der alarmierenden Wetteraussicht ein Lagezentrum eingerichtet. Dort wurde bereits am Morgen aufgrund „der zu diesem Zeitpunkt vorliegenden Wetterprognosen (Sturm trifft Aachen zwischen 11 und 17 Uhr in vollem Ausmaß) die Schließung der Schulen nach der zweiten Schulstunde“ beschlossen. Die Schulen seien aufgefordert worden, jene Schüler nach Hause zu entlassen, die bis 10.30 Uhr ihr Zuhause erreichen können.

Dennoch hatte es viel Kritik von betroffenen Eltern gegeben, die nicht oder nur mit Schwierigkeiten ihre Kinder von der Schule abholen konnten oder deren Kinder sich alleine auf den Heimweg gemacht haben (siehe Titelseite). Stadtsprecher Bernd Büttgens: „Wir bitten um Nachsicht, wenn durch diese kurzfristige Entscheidung Unannehmlichkeiten für die Schulen, dort vor allem für die Sekretariate und für die Eltern entstanden sind. Die Maßnahme diente ausschließlich der Sicherheit der Kinder und war begründet durch die Wetterprognose am frühen Morgen.“

Aseag größtenteils planmäßig

Die öffentlichen Verkehrsmittel waren zwar nicht von den starken Winden direkt, wohl aber den Auswirkungen betroffen. So stellte die Bahn den Zugverkehr in der ganzen Bundesrepublik ein und nahm ihn gestern auch nicht mehr auf. Die Aseag hingegen hatte ihre Busse laut Aseag-Pressesprecher Paul Heesel größtenteils planmäßig auf den Straßen. Lediglich vereinzelt störten umgestürzte Bäume den Fahrbetrieb. Auch die „Verstärkerfahrten für den Schülerverkehr“ seien planmäßig unterwegs gewesen.

Nachdem im Vorfeld durchaus mit Sturm bis in den späteren Nachmittag hinein gerechnet worden war, kam um 14.15 Uhr per städtischer Pressemitteilung die Nachricht: Sturmwarnung für Aachen aufgehoben. Das für die Wetterlage eingerichtete Lagezentrum bei der Feuerwehr stellte die Arbeit ein. Schon seit 11 Uhr hatte der Deutsche Wetterdienst an der Messstelle in Orsbach abnehmende Windgeschwindigkeiten registriert.

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