Aachen: Keine Berührungsängste beim Fest der Begegnung auf dem Katschhof

Aachen: Keine Berührungsängste beim Fest der Begegnung auf dem Katschhof

In fröhlichem Orange leuchten die Informationsstände in der Sonne auf dem Katschhof: Zum 32. Mal fand hier am Wochenende das Fest der Begegnung statt. Zwischen Dom und Rathaus präsentierten sich rund 20 Vereine, Verbände, Institutionen und Selbsthilfegruppen.

Nach der offiziellen Eröffnung am Mittag bot das Rahmenprogramm viel Unterhaltung für Jung und Alt. Den Auftakt hatte die Integrative Trommelgruppe der Viktor-Frankl-Schule gemacht, die mit ihrem „Yangsta Drumming” für die richtige Stimmung auf dem Platz sorgte. Die jungen Trommler mischten sich mitten unter das Volk vorm Rathaus.

Interessiert schlenderten die Aachener von Stand zu Stand, informierten sich hier über Gebärdensprache, dort über Benefizaktionen wie einen Söckchenverkauf für Krebskranke und Integrationsprojekte. Berührungsängste abzubauen und Brücken zu bauen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung, das steht ganz oben auf dem Wunschzettel der Veranstalter.

Organisiert wird das Fest von der städtischen Leitstelle „Menschen mit Behinderungen” und der Arbeitsgemeinschaft Behindertenhilfe. „Wir wollen Barrieren abbauen, nicht nur die baulichen Hindernisse, sondern auch die Barrieren in den Köpfen der Menschen”, betont Koordinator Johannes Oebels von der städtischen Leitstelle „Menschen mit Behinderungen”. Dafür sei es wichtig, dass Menschen mit und ohne Behinderung sich - möglichst in jungen Jahren - begegnen, voneinander lernen, die Fähigkeiten des Einzelnen erkennen und die Persönlichkeit respektieren lernen.

Das Fest der Begegnung ist dafür jedes Jahr ein wichtiger Baustein, denn mitten im Herzen der Aachener Altstadt treffen sich Menschen mit und ohne Handicap, Jung und Alt, Rollstuhlfahrer und Menschen mit geistiger Behinderung. Besonders am Herzen liegt den Veranstaltern auch auf Behinderungen hinzuweisen, die nicht sofort ersichtlich sind: Vertreter der Hörgeschädigten und Sehbehinderten kamen mit vielen Besuchern ins Gespräch.

Folkloretänze von Mitarbeitern aus den Werkstätten der Lebenshilfe Aachen und besonders die lebensfrohe Musik der „Rolling Bones” - Musikband des Vinzenz-Heims sorgten für Begeisterung vor der Bühne - und auch den Musikern selbst merkt man deutlich an, wie wichtig die Musik ihnen ist. Nicht fehlen darf beim Begegnungsfest die Sun Lane Ltd. Aachen-New Orleans Jazzband, die das Publikum am Nachmittag erfreute.

Viele nutzten auch die Gelegenheit, um kleine Geschenke und Mitbringsel zu erwerben. Schöne Schmuckstätte bot beispielsweise die Kunstwerkstatt „willsosein” der Lebenshilfe an. Elf kunstbegeisterte Mitarbeiter sind in der kunstpädagogisch betreuten Ateliergemeinschaft kreativ tätig. Eine Perlenkette, die hier entsteht, ist ein hübsches Unikat und ebenso einzigartig und authentisch wie ihr Macher.

Wichtiger Bestandteil des Festes war wie immer auch ein ökumenischer Gottesdienst, der in St. Foillan stattfand. Vorbereitet vom ökumenischen Kontaktkreis Behinderung und Kirche machte der Gottesdienste auch die christliche Perspektive des Festes deutlich.