Aachen: „Kein Platz für beide“: Ein Edeka-Laden in Laurensberg macht zu

Aachen : „Kein Platz für beide“: Ein Edeka-Laden in Laurensberg macht zu

Es war ein hartes Ringen um Märkte, Millionen und Mitarbeiter, am Ende übernahm Edeka viele Filialen von Kaiser's Tengelmann. Das bescherte Laurensberg zunächst einen zweiten Edeka-Laden. Nun schließt der erste zum Jahresende.

„Hier ist kein Platz für beide“, sagt Nicole Geldermann, die Marktleiterin der Edeka-Filiale an der Walkmühlenstraße. Dabei gab es auch früher den Konkurrenten in der Nachbarschaft, doch der Lebensmittelmarkt an der Schlossparkstraße gehörte zur Kaiser's-Kette. Nach deren Aufteilung vor rund einem Jahr gehört sie nun ebenfalls zum Edeka-Verbund. „Wir haben fast das gleiche Sortiment“, erklärt Nicole Geldermann, und dann funktioniere das nicht mehr.

Über Jahrzehnte gut gelaufen

Dabei ist es über Jahrzehnte eigentlich gut gelaufen. Vor rund 30 Jahren eröffnete Vater Norbert Geldermann in Laurensberg seinen ersten Edeka-Markt, später kamen Läden in Richterich und in Aldenhoven hinzu. Die Kundschaft wusste das Angebot und die Atmosphäre im Geschäft zu schätzen. Doch nun schließen die Geldermanns ihren Standort in Laurensberg.

Der Mietvertrag laufe aus, es gebe zu wenige Parkplätze und ohnehin hätten einige Investitionen angestanden. Und so habe man entschieden, zum Jahresende die Ladentür endgültig abzuschließen, erklärt Nicole Geldermann. Damit lässt die Familie dem zweiten Edeka-Markt auf der anderen Seite der Roermonder Straße gewissermaßen den Vortritt. „Wir haben ja noch zwei andere Standorte“, sagt Nicole Geldermann.

Die nun verbleibende Edeka-Filiale in Laurensberg ist dagegen gewissermaßen zum Erfolg verdammt. Mit der Übernahme der Filialen von Kaiser's Tengelmann sei eine fünfjährige Arbeitsplatzgarantie für die Mitarbeiter verbunden gewesen, erklärt Gerd Koslowski, Pressesprecher der Edeka Handelsgesellschaft Rhein-Ruhr, in der damaligen Ministererlaubnis sei das so festgelegt.

Das Unternehmen, das eigentlich genossenschaftlich mit selbstständigen Kaufleuten zusammenarbeitet, betreibt die Filiale an der Schlossparkstraße nun selbst. Sie dürfe fünf Jahre nicht „privatisiert“ werden, erst danach könne möglicherweise ein Interessent den Laurensberger Laden übernehmen. Hier habe man übrigens, wie auch in vielen anderen der 48 vom ehemaligen Betreiber Kaiser's Tengelmann übernommenen Märkten an Rhein und Ruhr, Investitionen getätigt und neue Mitarbeiter eingestellt.

Sorgen um ihre Jobs müssen sich auch die Mitarbeiter des nun schließenden Edeka-Markts an der Walkmühlenstraße nicht machen. Für alle neun Beschäftigten gebe es das Angebot, zum Standort Aldenhoven zu wechseln, sagt Nicole Geldermann. „Es war uns wichtig, dass jeder seinen Job behält.“ Das Personal in Laurensberg sei etwas älter und hätte es ansonsten schwer auf dem Arbeitsmarkt.

Am 30. Dezember ist Schluss

Und weil der Laden in Aldenhoven größer sei und noch ein paar Mitarbeiter brauchen könne, könnten die Kollegen aus der Walkmühlenstraße dort weiterbeschäftigt werden. „Der Vater ist da sehr engagiert“, sagt Nicole Geldermann.

Zwar sei der Weg von Laurensberg nach Aldenhoven etwas weiter, und näher dran liege der Edeka-Markt in Richterich, doch vom großen Stühlerücken hält die Kaufmannsfamilie Geldermann nichts. Im Geschäft am Roder Weg gebe es einen festen Personalstamm, erklärt Tochter Nicole, „da bleibt alles, wie es ist.“ In Laurensberg hingegen ist nächste Woche Schluss. Am 30. Dezember wird abends die Ladentür verriegelt, und das war es dann nach rund 30 Jahren in Laurensberg. „Aber vielleicht kommen wir ja irgendwann mal zurück“, sagt Nicole Geldermann.

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