Aachen: Katschhof verwandelt sich in Sandkasten

Aachen : Katschhof verwandelt sich in Sandkasten

140 Tonnen Spielsand, 160 Meter Balken und 200 Schlossschrauben: 229 öffentliche Spielplätze gibt es in der Stadt schon, doch für die kommenden zwei Wochen kommt ein ganz besonderes Exemplar hinzu. Zwischen Rathaus und Dom entsteht in diesen Tagen nämlich der größte Sandkasten, den die Stadt Aachen jemals hatte.

Auf 320 Quadratmetern können sich bereits ab diesem Wochenende Klein und Groß auf dem Katschhof so richtig austoben und zudem in Liegestühlen das Sommerwetter am Öcher Strand genießen. Ab dem kommenden Montag können die Besucher dann ein ganz besonderes Spektakel Stück für Stück mitverfolgen.

Dann werkeln Kinder und Jugendliche unter der Anleitung des Aachener Künstlers Berthold Westhoff in der „Archimedischen Werkstatt“, die im Rahmen der Ferienspiele der Stadt Aachen und als Teil der Initiative „Future Lab Aachen“ stattfindet. Sie bauen ein kybernetisches Großspielzeug zusammen, eine skurrile Riesenmaschine à la Jean Tinguely.

Bevor die ersten Besucher am Wochenende jedoch mit Schäufelchen und Förmchen loslegen können, waren am Dienstag die Mitarbeiter des Stadtbetriebs gefragt. Seit dem Morgen hämmerten sie und ließen sich auch von den nahezu tropischen Temperaturen, die am Dienstag in Aachen herrschten, nicht aufhalten. Zehn Mitarbeiter waren beim Aufbau im Einsatz und werden auch die kommenden Tage auf dem Katschhof verbringen. Schließlich wird ab heute der Sand geliefert. „Das wird noch eine kleine Herausforderung“, war sich Ilse Stollenwerk, Bereichsleiterin Grünflächenpflege beim Stadtbetrieb, sicher.

Der Sand stammt übrigens von den Nivelsteiner Sandwerken und Sandsteinbrüchen aus Herzogenrath. „Einfaches“ Modell Bei der Rahmenkonstruktion des Sandkastens entschieden sich die Verantwortlichen für ein „einfaches“ Modell aus Fichtenholz. Es wird nicht in den Pflastersteinen verankert, sondern trägt sich selbst. Sein Rand ist rund 40 Zentimeter hoch. Zudem wird der Sandkasten in zwei verschiedene Teile eingeteilt. Auf der einen Seite kann man den Teilnehmern der Ferienspiele, die sich zuvor für das Projekt anmelden konnten, zuschauen.

Auf der anderen Seite können kleine Besucher das Spielen mit dem Sand genießen. Während die Kleinen dann fleißig buddeln und spielen, können die Erwachsenen das Spektakel von Liegestühlen aus beobachten. Mit dem Projekt wolle man zeigen, dass Aachen eine familienfreundliche Wissenschaftsstadt sei, erklärte Jutta Göricke, stellvertretende Leiterin des Marketings der Stadt Aachen. „Das ist ein Event für die ganze Familie“, ist sich Göricke sicher. Doch nicht nur sie ist von dem Erfolg des Projekts überzeugt, sondern auch Peter Maier, operativer Betriebsleiter des Aachener Stadtbetriebs.

Ihn begeistert vor allem die Kombination aus einem klassischen Spielplatz und dem gestalterischen Teil, bei dem sich die Kinder auch selbst einbringen können. Das sei auf „normalen“ Spielplätzen nicht zu leisten, weil dafür eine entsprechende Anzahl an Betreuungspersonal vor Ort sein müsse. Besonders stolz war Maier am Dienstag auf seine Mitarbeiter. „Es war für unsere Leute eine Herausforderung, und sie sind sehr gut mit dieser Herausforderung umgegangen“, so Maier. Beschwerden über den großen Sandkasten zwischen Rathaus und Dom gab es im Vorfeld nicht.

Die Verantwortlichen stimmten sich mit dem Domkapitel, dem Denkmalschutz und natürlich auch Geschäftsleuten und Anwohnern über die bevorstehende Aktion ab. Das sei jedoch bei allen Veranstaltungen auf dem Katschhof die normale Vorgehensweise, erklärte Göricke. Wachen und Rechen Damit der Sand sicher ist vor Dreck und Gegenständen, die dort nicht reingehören, setzt die Stadt auf Wachpersonal, wie Ilse Stollenwerk verrät. Außerdem werden morgendliche Rechenarbeiten stattfinden. Schließlich soll ein ähnlicher Vorfall wie im Aachener Tierpark keineswegs geschehen.

Dort hatten Eltern am Sonntag rund 70 Nägel in einem Sandkasten gefunden (wir berichteten). Verletzt wurde glücklicherweise niemand, die Polizei nahm jedoch die Ermittlungen auf. In zwei Wochen endet die spannende Entdeckungsreise für Klein und Groß dann allerdings schon wieder. Am Samstag, 6. August, wird das bis dahin entstandene Großspielzeug um 14 Uhr in Betrieb genommen und allen Interessierten präsentiert.

Frau Stollenwerk, auf dem Katschhof entsteht in diesen Tagen der größte Sandkasten Aachens. Welche Vorbereitungen sind für ein solches Projekt erforderlich? Stollenwerk: Der Entstehung sind viele Vorbesprechungen und Sitzungen vorausgegangen, dann wurden die Anforderungen definiert. Schließlich bringen Lkw mehrere Tonnen Sand. Man kann sagen, dass der Planungsprozess für dieses Projekt sehr umfangreich und aufwendig war, und es war auch eine organisatorische Herausforderung.

Erst am Anfang der Woche wurden in einem Sandkasten im Aachener Tierpark Nägel gefunden. Wie wollen Sie verhindern, dass es auf dem Katschhof zu ähnlichen Vorfällen kommt? Stollenwerk: Wir haben Wachpersonal, das sich darum kümmern wird und unter anderem auch dafür sorgt, dass keine Hunde den Sandkasten betreten werden. Außerdem werden unsere Spielplatzkontrolleure jeden Morgen den kompletten Sandkasten durchrechen. Erst dann wird er auch für die Kinder freigegeben.

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