Kathrin Steinhauer-Tepütt: Buch über die Altäre im Aachener Dom

Doktorarbeit : „Die Altäre der Aachener Marienkirche“

„Die Altäre der Aachener Marienkirche“, so lautet der Titel eines Buchs, das vom der Europäischen Stiftung Aachener Dom herausgegeben wird und das ab sofort im Buchhandel und an der Dominformation zu erwerben ist.

Kathrin Steinhauer-Tepütt ist die Autorin des Werks. Für ihre Doktorarbeit arbeitete sie sich in die Entwicklung der Altäre in Aachens Wahrzeichen hinein und geriet schnell in den Sog einer Jahrhunderte währenden Veränderung. „Diese Arbeit war ja nicht nur die chronologische Aufarbeitung der architektonischen Veränderungen im Gebäude, sondern anhand der Wandlung konnten Rückschlüsse auf Gewohnheiten, auf lithurgische Veränderungen und ihre Bedeutung und schlussendlich auf Zeitgeist und kirchliche Werte gezogen werden“ erklärte sie.

Fünf Jahre lang beschäftigte sich Steinhauer-Tepütt mit dem Thema, wobei als Quellen ihrer Forschungen hauptsächlich das Aachener Stadtarchiv, das Domarchiv sowie das Landesarchiv NRW in Duisburg dienten. Die gewonnenen Erkenntnisse waren auch deswegen hochinteressant, „weil sich bisher dieses Themas noch niemand angenommen hatte“, wie es Doktorvater Prof. Harald Müller von der RWTH bei der Präsentation des Buches ausdrückte.

Der Bau der Chorhalle Anfang des 15. Jahrhunderts und in der Folge die veränderte Chordienstordnung stellten einen markanten Punkt in der Geschichte der Altäre des Doms dar. Fanden sich bis zu diesem Zeitpunkt 17 Altäre im Gebäude, schnellte diese Zahl in kurzer Zeit auf 33 hoch. An beinahe jeder Säule stand ein Altar. Das führte dazu, dass beispielsweise an Prozessionstagen wie dem Gründonnerstag die Wallfahrt einmal durch das ganze Gebäude zog, bevor es an die frische Luft ging.

Zur damaligen Zeit war es durchaus Brauch, bei entsprechendem Geldbeutel dem Gotteshaus einen Altar zum Wohle der eigenen Familie, vielleicht aber auch zum eigenen Ansehen und Seelenfrieden zu stiften. Der Altar in der Ungarnkapelle wurde beispielsweise von Ludwig dem I. für die böhmischen und ungarischen Pilger gestiftet, eigens für diese Pilger gab es einen Geistlichen, der ungarisch sprach.

Die unterschiedlichen Altäre wurden im Lauf der Zeit an verschiedenen Stellen im Dom aufgebaut, Messen wurden zeitgleich abgehalten, was natürlich einen entsprechenden Lärmpegel zur Folge hatte. Deshalb waren einige Bereiche durch Vorhänge voneinander getrennt.

Auch die veränderte Nutzung des Doms lässt sich anhand der vorliegenden Ergebnisse besser nachvollziehen. Die Standorte der Altäre wurden auch deswegen immer wieder verlegt, weil die Räume des Doms den Menschen immer mehr zugänglich gemacht wurden, dafür mussten Wege freigemacht werden. Ab dem 17. Jahrhundert wurden immer mehr Altäre abgebaut, vor allem dem Stadtbrand 1656 fielen mehrere zum Opfer. Heute finden sich im Dom noch ungefähr zehn Altäre, allen voran der Marienaltar als Hauptaltar. Das nun vorliegende Werk ist der zweite Band der Reihe „Der Aachener Dom in seiner Geschichte“.

Das Buch „Die Altäre der Aachener Marienkirche, Schnell + Steiner Verlag Regensburg, gibt es zum Preis von 49,95 Euro in der Dominformation und im Buchhandel.

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