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Nur gucken, nicht anfassen: „Pripro“ in Corona-Zeiten

Nur gucken, nicht anfassen : „Pripro“ in Corona-Zeiten

Aus Guido Bettenhausen wird am Sonntag, 17. Januar, der Aachener Karnevalsprinz Guido I. Statt einer rauschenden Prinzenproklamation findet das Zeremoniell online statt und wird aufgezeichnet. Das Prinzenspiel mit der üblichen Show soll mit einer Prinzengala 2022 nachgeholt werden.

Ein „Prinz zum Anfassen“ wollte Guido Bettenhausen eigentlich sein. „Einer, der von der Bühne runter geht und mitten in die Menge rein“, erzählt die designierte Aachener Tollität. Doch daraus wird bekanntlich (vorerst) nichts. Proklamiert wird trotzdem: in einer Online-Aufzeichnung wird am Sonntag, 17. Januar, aus dem selbstständigen Automobilkaufmann der Aachener Stadtprinz Guido I. Zu sehen sein  wird die rund einstündige Show dann am Montag, 18. Januar, ab 20.15 Uhr im Internet über die Kanäle des Aachener Karnevalsvereins (AKV) auf Facebook und Youtube.

„Wir wollen mit der Proklamation ein Zeichen setzen, dass es auch in dieser Session Karneval gibt, wenn auch online. Und dafür brauchen wir unseren Prinzen“, sagt AKV-Präsident Werner Pfeil. Und deshalb werde der Prinz auch von Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen und AAK-Präsident Frank Prömpeler proklamiert – „in der Hoffnung, dass der Prinz 2022 all das nachholen kann, worauf er jetzt verzichten muss.“

Denn mit einer üblichen „Pripro“ mit 1400 Gästen, Künstlern, Show, Musik und Prinzenspiel im Eurogress hat die Online-Veranstaltung nicht viel zu tun. „Es wird kein Prinzenspiel geben“, verrät Guido Bettenhausen. Das sei auch noch gar nicht fertig, sondern soll ähnlich wie sein Karnevalsmotto und die meisten Lieder für die zweite Hälfte seiner coronabedingten Doppelsession aktuell fertiggestellt werden. Denn dann soll das alles 2022 in einer großen Prinzengala nachgeholt werden, sofern die Pandemiebedingungen dies zulassen, kündigen Bettenhausen und Pfeil an.

Die eigentliche Proklamation am Sonntag, 17. Januar, fällt wesentlich kleiner aus. So werden nach Auskunft von Werner Pfeil dem Prinzen  seine Insignien wie Mütze, Federn oder Zepter nicht angesteckt oder angezogen, sondern nur auf Kissen liegend gezeigt. Die Hofstaatler werden einzeln und separat vorgestellt.

Der Wegfall des Prinzenspiels soll unter anderem durch ein bereits im Herbst abgedrehtes Musikvideo des Prinzen, für das erstmals der AKV um David Lulley Verantwortung trug, aufgefangen werden. Hinzu kommen weitere Einspielungen und Clips unter anderem von Jürgen Beckers oder dem „singenden Kommissar“ Oliver Schmitt. Programmverantwortlich sind die AKV-Elferräte Markus Bongers und David Lulley.

Übersetzung in Gebärdensprache

Auf eine große Crew verzichtet der AKV dabei. Einzig AKV-TV-Kameramann Morteza Yazdi, der auch die Videos schneidet, ist dabei. Das fertig geschnittene Video wird von Ulrike Bobka, die schon bei der Proklamation von Martin I. (Speicher) 2020 dabei war, wieder simultan in Gebärdensprache übersetzt.