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Oecher Storm macht die Nacht im Quellenhof zum jecken Tag

Karneval in Aachen : Quellenhof im Sturm erobert

Das KK Oecher Storm, Aachens ältestes berittenes Traditionskorps, hat bei seiner Großen Sitzung im Quellenhof einen guten Eindruck hinterlassen und weit nach Mitternacht viele zufriedene Mitglieder der Storm-Familie in die Aachener Nacht entlassen.

Der Berlin-Saal im Hotel Pullman Quellenhof war festlich-närrisch geschmückt, und durch ein Spalier der Uniformierten der Garde gelangten die bunt kostümierten Festgäste durch das Kaminzimmer ins Zentrum der Narretei. Dort hatte der einzige „Literat“ Aachens, Markus „Sigi“ Vorhagen (die Verantwortlichen in anderen Vereinen nennen sich Programmgestalter), ein karnevalistisches Rund-herum-glücklich-Paket zusammengestellt. Schon der Auftritt der Kinder- und Jugendabteilung ließ aufhorchen. Die jungen Störmer, die vom neuen Kinderkommandanten Paul Hahn angeführt wurden, begeisterten die Storm-Familie, auch der aufgeweckte und agile Hahn selbst, der als Sänger mit „Bumm Paaf“ sein erstes eigenes, schmissiges Lied präsentierte.

Gleich zu Beginn brachte das Aachener Fastelovvends-Flaggschiff, die Vier Amigos, die mit Gassenhauern wie „Alaaf d'r Öcher Schäng“, die Storm-Familie schlagartig auf Betriebstemperatur. Toll ist auch ihr neuester Ohrwurm „Bottram met Seäm“, aus dem die Verbundenheit zur Kaiserstadt nur so heraussprudelt. Improvisieren musste das Korps beim geplanten Auftritt von Prinz Tom I. Beim für 21 Uhr terminieren Auftritt waren Tom & Co. nicht erschienen. Hier gab es offensichtlich Kommunikationsprobleme, denn der Gastbesuch des Prinzen war in dessen Auftrittsplan erst für 22.50 Uhr eingetragen. Also ließen die Störmer spontan die eigene Tanzgarde auf die Bühne, gefolgt von ihren Soldaten, die schmissige Tänze aufs Parkett zauberten, und Korps-Sänger Marcus Laschet, der für Schunkelstimmung sorgte. Die Terminproblematik hatte natürlich Folgen: Der Prinz erschien pünktlich mit Gefolge und Prinzengarde zu seinem eingetragenen Termin und sorgte für viel Stimmung.

Über eine Stunde Wartezeit hatte das Kölner Traditionskorps KKG Nippeser Bürgerwehr von 1903 zu überbrücken, das aber ein perfekter Botschafter für den Kölner Karneval mit echt kölschem Flair, Tanz und kölschen Tönen im Westzipfel war. Gut aufgelegt war auch Büttenredner Minze (Andreas Minz), der mit kurzweiligen Pointen für Lacher sorgte. Auch deshalb, weil er OB Marcel Philipp zu sich auf die Bühne gebeten hatte und ihm flotte Sprüche in den Mund legte. Ein gern gesehener Gast ist Jürgen B. Hausmann. Der Großmeister des Wortwitzes verstand es auch kurz vor Mitternacht, mit seinem Verzäll die Storm-Familie zu begeistern. Weitere Gäste im Programm waren Marketenderin Caro Schmitz sowie die Bands Druckluft und Tacheles.