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Noppeney-Garde feiert 4x11 Jahre in Aachen

Noppeney-Gala : Ein Fest im Zeichen des Jubiläums

Es war ein Fest unter ganz besonderen Vorzeichen: 4x11 Jahre feiert die Noppeney-Garde in diesem Jahr. Das Jubiläum gab der Gala in der Erholungs-Gesellschaft an der Reihstraße eine ganz besondere Note.

Pickelhaube, blaue Jacke, weiße Hose und schwarze Stiefel: So sieht die Uniform der Noppeney-Garde aus, die an die Polizisten der Preußenzeit erinnert. Hugo Holl I. hat diese Garde mit seinem legendären Elefantenritt 1975 gegründet. Vor allem die alten Hasen unter den Gardisten erinnern sich noch sehr gut und natürlich auch sehr gerne daran. 4x11 Jahre gilt es in diesem Jahr zu feiern, und das Jubiläum gibt der Noppeney-Gala in der Erholungs-Gesellschaft an der Reihstraße eine ganz besondere Note. Auch Prinz Tom I. macht seine Aufwartung und lässt sich schnell belehren. „Die Noppeney-Garde ist kein Karnevalsverein“, stellt Jürgen Haas, Präsident der Erholungs-Gesellschaft richtig und fügt noch hinzu: „Der Prinz und sein Hofstaat sind unsere einzigen Gäste heute, alles andere ist hausgemacht.“

Die Ehefrauen der Noppeney-Gardisten sind die „Noppeninchen“. Sie haben nach wie vor an dem Umstand zu knabbern, dass sie keine eigenständigen Mitglieder der Erholungs-Gesellschaft sind. „Denn Frauen werden hier trotz etlicher Diskussionen nicht aufgenommen“, sagt die über 80-jährige Ingrid Reinartz über die eingeschworene Männergesellschaft. Viele Jahre lang haben sie und ihr Kegelverein einen Teil des karnevalistischen Programms mitgestaltet. Heute lehnt sich die alte Dame gelassen zurück und lässt die jungen Leute machen. „Mit dem Nachwuchs sieht es aber eher schlecht aus“, bedauert sie. Da erscheint der Auftritt der „Community Dancer“ wie eine frische Brise. 27 junge Mädels, die nach eigenen Angaben allein die Lust zum Tanzen verbindet, bringen Bühne und Saal zum Schwingen. Und das findet dann auch Ingrid Reinartz in höchstem Maße beeindruckend.

Aber auch die Noppeney-Dancer haben keinen Grund, sich zu verstecken: Die sieben Gardisten zeigen, dass auch „ältere“ Herren durchaus in der Lage sind, ein ordentliches Tanzstück auf die Bühne zu bringen. Für die Choreografie zeichnete wieder Tanztrainerin Gabi Schnitker verantwortlich, und alle zusammen machten ihre Sache so gut, dass das sichtlich begeisterte Publikum die Tänzer ohne Zugabe nicht von der Bühne lässt. Und als ein wenig später vier Ballonfahrer von hoch oben den ein oder anderen indiskreten Blick in Öcher Gärten werfen, da hängen die Zuschauer an ihren Lippen. Auch Büchelparkhaus und Antoniusstraße bekommen da ihr Fett weg.

Zwei Welten

Die Begegnung von Jung und Alt beim hängenden „F“ kommt gerade bei den älteren Herrschaften besonders gut an. Mit Generation „Schreibmaschine“ und Generation „Computer“ treffen offenbar zwei Welten aufeinander, und da ist schon rein begrifflich keine Verständigung mehr möglich. Denn das hängende „F“ kann der langhaarige Computer-Freak auch nach verzweifelter Suche einfach nicht finden.

Schlag auf Schlag geht es weiter im Programm, und die Temperatur im Saal steigt deutlich an. Die Gäste haben sich mit viele Liebe kostümiert und bieten in ihren farbenfrohen Roben ein buntes Bild. Andrea Pohen und ihre Freundinnen haben ihr Outfit dem Jubiläum gewidmet und dabei „4711 Kölnisch Wasser“, in „4x11 Öcher Wasser“ umgewandelt. Mit ihren Corsagen (aus Hongkong), den dunklen Federn und dem leuchtenden Lichterrock sind sie ein wahrer Augenschmaus.

Die „Noppeninchen“ ihrerseits lassen sich eines schließlich nicht nehmen. Geschlossen betreten sie ungebeten die Bühne, um ihren Gardisten zum Geburtstag ein Überraschungs-Ständchen zu bringen. Und das kommt bei allen gleichermaßen sehr gut an.